In den letzten Tagen waren die Binnenpegel im Oderland leicht gesunken. Ein Aufatmen gab es jedoch nicht, denn nach wie vor stehen unzählige Keller unter Wasser. Mit den Regenfällen des Wochenendes hat sich die Situation wieder deutlich verschärft. „Wir wissen nicht, wo wir zuerst eingreifen sollen“, so Axel Hulitschke vom Gewässer- und Deichverband. „Jeder Zentimeter Niederschlag bringt neue Probleme.“ Die bis zu 
30 mm Regen pro Quadratmeter brachten das Fass vielerorts zum Überlaufen.
Video: Die Freiwillige Feuerwehr Briesen pumpt einen Keller in Petersdorf leer

Seit Sonntagmorgen liefen bei der Rettungsleitstelle in Frankfurt (Oder) immer wieder Hilferufe von betroffenen Bürgern ein. In der Golzower Bahnhofssiedlung stand auf zahlreichen Grundstücken das Wasser 30 cm hoch. Drei Feuerwehren des Amtes Golzow rückten aus. Zwei Pumpen mit einer Leistungskraft von 1000 Litern beförderten das Wasser von den Höfen auf angrenzende Felder. Der Gewässer- und Deichverband stellte hunderte gefüllter Sandsäcke bereit, die verlegt wurden, um das Zurückfließen des Wassers zu verhindern.

Auch aus anderen Teilen des Oderlandes meldeten sich bis zum späten Nachmittag Bürger in ihrer Not bei der Rettungsleitstelle. Diese koordinierte bis zum Abend den Einsatz zahlreicher Feuerwehren.
In der Manschnower Siedlung Herzershof hatten sich die seit Wochen auf den Feldern stehenden Seen bis in die Wohnsiedlung ausgedehnt. Der Gewässer- und Deichverband forderte das THW aus Seelow an. Am Nachmittag wurden die Helfer von einem weiteren THW-Verband aus Lübben mit einer leistungsstarken Pumpe unterstützt.
Das Wasser überflutet inzwischen auch in den Höhenlagen Straßen und Wege. Die Straße am Ortseingang von Petershagen nahe der B 5 wurde überschwemmt und musste von der Polizei für den Verkehr gesperrt werden.