Das gab Generalsekretär Steeven Bretz bekannt. In Fall einer Regierungsbildung mit den Sozialdemokraten wolle Senftleben auch kein Ministeramt übernehmen. Hintergrund ist ein Machtkampf innerhalb der Partei, der kurz nach der Landtagswahl  ausgebrochen war. Einige CDU-Mitglieder machten Senftleben für das schlechte Abschneiden verantwortlich. Sie forderten seinen Rücktritt. Senftlebens Kontrahentin Saskia Ludwig kommentierte die Entscheidung am Freitag mit einem Wort: "Respekt". CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lobte Senftlebens Parteiarbeit. Er sagte gegenüber dieser Zeitung: "Ich hoffe, dass er uns auch nach seinem Rücktritt als Landesvorsitzender erhalten bleibt."
Für die CDU wird der Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen die Leitung der Sondierungsgespräche mit der SPD übernehmen. Er war bereits an einem ersten Gespräch an diesem Donnerstag beteiligt. Stübgen sagte, seine Partei müsse nun "für die notwendige Stabilität sorgen, die die potenziellen Partner erwarten". In den vergangenen Tagen hat es immer wieder Befürchtungen gegeben, die CDU sei in einer Koalition kein verlässlicher Partner. Die Grüne Spitzenkandidaten Ursula Nonnemacher teilte mit: "Ehrlich gesagt sind wir ziemlich erschüttert, wie ... die Partei mit ihrem Spitzenpersonal umgeht."
Das Präsidium beauftragte Stübgen außerdem, die Partei kommissarisch zu leiten. Er gehört bereits dem Vorstand und als Chef der Landesgruppe im Bundestag auch dem Präsidium an. Am Sonntag wird ein kurzfristig einberufener Landesvorstand die Situation erörtern. Anschließend soll am Dienstag ein neuer Fraktionsvorsitzender gewählt werden. Vorgeschlagen wurde Jan Redmann. Gegen ihn tritt  Senftleben-Kritiker Frank Bommert an. Im November wird der Parteivorsitz neu gewählt.