Die Region rund um den Pannenflughafen BER hat in den vergangenen Jahren bereits einen beachtlichen Wirtschaftsaufschwung erlebt. Eine Erhebung der Landesregierung sieht rasant steigende Stellenzahlen in den Gemeinden bei Schönefeld.
Der Norden der Kreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming hat seit 2006 einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen, der weit über den Wachstumsraten des Landes liegt. Während die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen in Brandenburg von 2006 bis 2012 um 9,2 Prozent stieg, sind die entsprechenden Beschäftigungszahlen in den Umlandgemeinden des BER wesentlich schneller gestiegen. Die Gemeinde Schönefeld verzeichnet in diesem Zeitraum einen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Jobs von 9701 auf knapp 14000. Das ist ein Zuwachs um 43,7 Prozent.
In Großbeeren (Teltow-Fläming), das westlich des noch nicht eröffneten Airports liegt, hat sich der Zuwachs innerhalb von sechs Jahren sogar um mehr als 50 Prozent auf 6072 erhöht. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Detlef Baer hervor.
Eine starke wirtschaftliche Entwicklung ist auch am Hochschulstandort Wildau (Dahme-Spreewald) zu erleben, wo im vergangenen Jahr 5247 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze registriert wurden, knapp 40 Prozent mehr als 2006.
Zu den Gemeinden, die in den vergangenen Jahren einen erheblichen Aufschwung verzeichneten, gehören außerdem Mittenwalde und Schulzendorf in Dahme-Spreewald sowie Ludwigsfelde, Rangsdorf und das künftig besonders vom Fluglärm betroffene Blankenfelde-Mahlow (alle Teltow-Fläming). Einzig die Gemeinde Eichwalde (Dahme-Spreewald) östlich des alten und neuen Flughafens hat deutlich an Arbeitsplätzen verloren, ohne dass die Landesregierung dafür eine Erklärung hat. Im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald wird die Arbeitslosigkeit für das vergangene Jahr mit 5,7 Prozent angegeben. Der Norden von Teltow-Fläming verzeichnete eine Quote von 5,0 Prozent, während die Arbeitslosigkeit im Landesdurchschnitt teilweise mehr als doppelt so hoch ist. Auch die Einwohnerzahl in der Region rund um Schönfeld wächst weiter.
Aus den Anliegergemeinden war in den vergangenen Monaten immer wieder gemeldet worden, dass die mehrfache Verschiebung der Flughafeneröffnung weitere Ansiedlungen vor allem von Dienstleistungs- und Logistikunternehmen beeinträchtige. Längst erwartete Investitionen seien vertagt worden. Trotzdem zählen die Kommunen der Region zu den einnahmestärksten im Land. Schönefeld gehört zu den sogenannten abundanten Gemeinden, die ohne Schlüsselzuweisungen des Landes auszukommen haben und von ihren Steuereinnahmen einen Teil abführen müssen. Eine Klage von Schönefeld gegen diese sogenannte Reichensteuer ist vor dem Landesverfassungsgericht in Potsdam anhängig.