Die drei Regierungsfraktionen von SPD, CDU und Grünen im Brandenburger Landtag fordern wegen der Corona-Pandemie die Prüfung eines gestaffelten Unterrichtsbeginns in Schulen. Mit Schulen und Verkehrsunternehmen solle diskutiert werden, ob der An- und Abreiseverkehr durch öffentliche Busse und Bahnen sowie Schulbusse so weit entzerrt werden kann, dass Kinder und Jugendliche mehr Abstand während der Fahrt halten können, heißt es in einem gemeinsamen Entschließungsantrag, der am Dienstag vorlag.
Auch Luftfilter für schlecht belüftbare Räume in Schulen und Kitas und finanzielle Unterstützung des Landes hierfür sollten aus Sicht der drei Fraktionen geprüft werden. Sie bekennen sich dazu, Kitas und Schulen trotz stark gestiegener Infektionen so lange wie möglich offen zu halten. Die oppositionelle Linksfraktion hatte zuvor gefordert, mobile Luftfilter zumindest für Klassenräume und Kita-Aufenthaltsräume anzuschaffen sowie mehr Schulbusse durch freie Kapazitäten wegen der Corona-Krise einzusetzen, damit mehr Abstand möglich ist.

Gewerkschaft fordert Wechselunterricht

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen schlägt die Lehrergewerkschaft GEW in Brandenburg Alarm: Sie fordert das Bildungsministerium auf, den Wechselunterricht zwischen Schule und Zuhause wieder einzuführen. Hilferufe von Schulen und Lehrkräften nähmen zu, hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft vom Dienstag. „Das Pandemiegeschehen hat sich auch in den Schulen weiter verschärft. Es ist an der Zeit, landesweit einheitlich zu reagieren“, erklärte GEW-Chef Günther Fuchs in Potsdam.
Die Gewerkschaft forderte zudem die Wiedereinführung und das strikte Einhalten des Abstandsgebotes von 1,50 Meter in Schulen und Kitas. In keinem anderen Ort kämen derzeit so viele Menschen in geschlossenen Räumen ohne Abstand und in den meisten Fällen ohne Masken zusammen, so Fuchs. Bisherige Maßnahmen und bestehende Hygienekonzepte reichten nicht aus, um die Pandemie wirksam eindämmen zu können. Deshalb sollte der Rat des Robert Koch-Instituts (RKI), in den Schulen die Schüler-Zahl sofort zu reduzieren und in kleineren Lerngruppen zu unterrichten, angenommen werden.
Auch der Landesschülerrat forderte Ergänzungen zu den Regeln im Corona-Schulbetrieb. Die Makenpflicht sollte für alle weiterführenden Schulen gelten, erklärte die Interessenvertretung. Für Schüler in Quarantäne müsse die Möglichkeit bestehen, sich kostenlos testen zu lassen. Mit einem negativen Testergebnis können die Betroffenen schneller in den Präsenzunterricht zurückkehren. Der Landesschülerrat vertritt 280 000 Schülerinnen und Schüler.
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