Die SPD-Fraktion im Landtag will den Weg für Gen-Experimente in der brandenburgischen Landwirtschaft ebnen. Ein gemeinsamer Antrag mit der Linken spricht sich gegen die Behinderung von Forschungsarbeiten aus. Auch Freilandversuche sollen möglich sein.
Kommende Woche wird der Landtag einen Antrag der Grünen behandeln, der eine Stärkung gentechnikfreier Zonen in der brandenburgischen Landwirtschaft vorsieht. Gestern nun einigten sich die Regierungsfraktionen auf einen eigenen Antrag mit unterschiedlicher Zielsetzung. Einerseits unterstützen sie Zusammenschlüsse von Landwirten, die zu gentechnikfreien Zonen aufrufen. Auch sollen auf landeseigene Flächen keine genmanipulierten Pflanzen angebaut werden.
Gleichzeitig aber setzte sich die SPD mit ihrer Sichtweise durch, dass die Forschungsarbeit auf dem umstrittenen Gebiet nicht behindert werden dürfe, da sich aus ihrer Sicht auch Chancen mit den neuen Technologien verbinden. „Die Forschungslandschaft in Brandenburg hat ihre Ansprüche“, hieß es gestern unter Verweis auf Institute in Potsdam-Golm aus der SPD-Fraktion dazu. Auch der Landesbauernverband, dessen Präsident Udo Folgart Mitglied der SPD-Fraktion ist, hat entsprechende Interessen formuliert.
Wolfgang Scherfke, Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbauernverbandes betonte gestern, dass derzeit keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Brandenburg angebaut werden. Der Verband empfehle dies seinen Mitgliedern auch nicht, da die Haftungsrisiken nicht geklärt seien.
Aber auch Scherfke plädierte dafür, die Forschung auf diesem Gebiet nicht zu verschlafen. Es bestehe kein Grund zu Ängsten, da entsprechende Versuche bestens überwacht würden. Zur Zeit gibt es jedoch keine ?Freilandversuche in Brandenburg.
Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, lehnt die Unterstützung der Genforschung ab. Er wirft der Landesregierung vor, gleichzeitig die Zuwendungen für die herkömmliche wissenschaftliche Sorten- und Ertragsprüfungen gestrichen zu haben.
Die Linke hatte 2007, damals noch in der Opposition, einen Antrag in den Landtag eingebracht, der sich für traditionelle Züchtung und Forschung und gegen grüne Gentechnologie aussprach – aber keine Mehrheit erhalten. Gestern stimmten sie den Formulierungen des Koalitionspartners zu. 2007 hatte sich vor allem die brandenburgische CDU gegen Einschränkungen der Genforschung ausgesprochen.