Bernd Kropf lädt zwei schwere Tüten mit Winterkleidung aus dem Kofferraum seines Autos und schleppt sie an die Tische, an denen  zehn freiwillige Helfer die Kleidungsstücke sichten, sortieren und verpacken: Kinderkleidung zu Kinderkleidung, Schuhe zu Schuhen und Decken zu Decken. "Wir haben von der Aktion gelesen und gedacht, dass wir auch helfen könnten", sagt Bernd Kropf, betont dabei aber: "Meine Frau hat mich auf die Idee gebracht."
An den Sortiertischen schuften ehrenamtlich junge und ältere Frauen sowie der Rentner Helmut Mette. Ihre Motivation? "Es ist doch deutlich, wenn man die Bilder von den Flüchtlingslagern sieht", begründet Franka Hufenbach aus Wriezen. "Wenn man vor Ort nicht helfen kann, dann auf diese Weise, um etwas gegen das Elend der Welt zu unternehmen" Nicole Günther aus Falkenberg stimmt ihr zu: "Wir wollen aktiv etwas tun, um ein bisschen die Welt zu verbessern."
Letzte Fuhre am 27. Januar
Mit solch einer Resonanz hat der Unternehmer Andreas Steinert, der kurz nach Weihnachten die Aktion ins Rollen gebracht hat, nicht gerechnet. "Ich bin davon ausgegangen, dass wir einen Sattelzug los schicken", sagt er. Doch am Mittwoch haben sie zwei Trailer voll geladen, die heute losfahren. Dabei reichen die Hilfsgüter noch für einen dritten Lastwagen. Weitere zwei oder drei Lastzüge könnten es noch werden. Die letzte Fuhre soll am 27. Januar abgehen. "Wir haben die Aktion befristet", sagt Andreas Steinert. Denn irgendwann muss sein Geschäft weiter gehen.
Unterdessen hält die Welle der Hilfsbereitschaft an. "Ein älterer Mann brachte einen Kofferraum voller Kleidung", berichtet Steinert. "Die habe ich heimlich verpackt, denn ich habe bei mir zu Hause nur Nazis", flüsterte er dem Unternehmer ins Ohr. Erst am Dienstag sei ein Anruf von der Awo Potsdam gekommen,. Sie hätten auch gesammelt und 800 Kartons gefüllt. "Das sind zwei 7,5-Tonner", rechnet Steinert vor. Mit solchen Lkw holt er die Kartons in den nächsten Tagen ab. Gleichzeitig fahren sie zehn bis zwölf Sammelstellen in Berlin und Brandenburg  ab. "Sie befinden sich in Privatwohnungen und Kirchen", berichtet Steinert.
Jugendklub hilft beim Packen
Unterstützung erhält der Dannenberger auch von der der Deko-Scheune benachbarten Spedition Runge. Die Mitarbeiter helfen mit Hubtechnik beim Beladen der Trailer. Weitere Freiwillige haben sich angekündigt. Ein Strausberger Jugendklub helfe am Freitag beim Packen. Eine Lehrerin des Oberstufenzentrums II Barnim aus Finow, die vergangenes Wochenende beim Sortieren half, komme nächste Woche mit einer halben Gymnasialklasse. Auch die Jugendfeuerwehr aus Dannenberg habe sich angekündigt. "Brandenburg ist besser als sein Ruf", ist sich Steinert sicher. Die Menschen seien toleranter, als man ihnen speziell nach den letzten Wahlen nachsagt. Für ihn seien die Bilder der dankbaren Empfänger Motivation genug.
Die beiden Lkw werden jetzt auf Lesbos erwartet. Die Regensburger Partner hätten Kos und Samos angefahren, mehr Lkw könne die Infrastruktur dieser Inseln nicht verkraften, so Steinert. Auf Lesbos befinde sich eine große Lagerhalle. Dort überwache eine Hilfsorganisation die gerechte Verteilung der Güter.