Wer von den auserwählten Prominenten noch lebt, war außerdem dazu aufgerufen, einen markigen Spruch in Sachen Brandenburg an die Redaktion in der Staatskanzlei zu schicken. "Berlin hat Glück - es ist von Brandenburg umgeben", dichtete zum Beispiel der Regisseur Andreas Dresen.
Nun, fünf Jahre später, ist die Promi-Liste auf mehr als 450 Namen gewachsen. Und zur Feier des Jahrestags veranstaltet die Staatskanzlei ein Gewinnspiel: Gesucht wird bis Ende Januar die schönste Liebeserklärung an die Mark. Die fünf besten Sprüche werden anschließend auf der Seite veröffentlicht, außerdem erhalten die Gewinner jeweils ein iPad mini.
Wer hat es nun neu auf die Liste geschafft? Nachdem die Kulturredaktion dieser Zeitung nach dem Start des Portals und einer ersten kurzen Durchsicht freundlich, aber bestimmt das Fehlen von mindestens 15 herausragenden Persönlichkeiten moniert hatte, werden nun unter anderem die in der Schorfheide lebende Schauspielerin Corinna Harfouch sowie Kurt Kretschmann (1914 bis 2007), Erfinder der Naturschutz-Eule aus Bad Freienwalde und der Waldsieversdorfer Fotokünstler John Heartfield (1891 bis 1968) gewürdigt.
Als vermeintlich spektakuläre Neuentdeckung wird auf dem Portal zudem Franz John (1872 bis 1952) vorgestellt, über dessen Brandenburg-Bezug diese Zeitung allerdings auch schon im Jahre 2000 intensiv berichtet hatte. John wurde in Pritzwalk geboren und wuchs in Berlin-Pankow auf, wo er seine Leidenschaft für den Fußball und für die Fotografie entdeckte. Als junger Mann zog er schließlich nach München und gründete gemeinsam mit zehn Mitstreitern am 27. Februar 1900 den inzwischen ruhmreichen FC Bayern, dessen erster Präsident er daraufhin war.
Schon nach drei Jahren gab er das Amt allerdings auf und ging zurück nach Pankow, um dort ein Fotolabor zu übernehmen. Für ein paar Jahre war er Präsident seines Heimatvereins VfB Pankow. Im Norden Berlins starb er schließlich auch. Da seine Schwester in Fürstenwalde lebte, fand er dort auf dem Neuen Friedhof seine letzte Ruhe.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des FC Bayern ließ der Verein das Grab erneuern. Zum Besuch einer Münchner Delegation kam es in dem Jahr jedoch nicht. Das Bundesliga-Spiel ganz in der Nähe bei Energie Cottbus am 14. Oktober 2000 hätte sich angeboten. "Aber nach der 0:1-Niederlage wollte man sich im Bayern-Lager wohl nicht weiter mit den Preußen beschäftigen", merkte diese Zeitung seinerzeit süffisant an.
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