Im Verkehrsausschuss des Landtages erklärte Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU), dass Entscheidungen zu weiteren Reaktivierungen frühestens im Rahmen der Aufstellung des nächsten Nahverkehrsplanes für den Zeitraum 2023 bis 2027 geprüft werden.
Für die Linke hatte der verkehrspolitische Sprecher Christian Görke auf regionale Initiativen verwiesen, die Bahnstrecke von Ketzin nach Berlin wieder in Betrieb zu nehmen. Der Landkreis Havelland hatte dazu eine Studie erarbeiten lassen, die angesichts weiterer Zuzüge zu einer positiven Kosten-Nutzen-Rechnung kamen.
Als zweites Beispiel nannte Görke die Wriezener Bahn, deren Wiederbelebung seit Jahren im Oderbruch gefordert wird. Beermann erklärte, dass Ketzin gut durch Busse angebunden sei und die Reaktivierung der Strecke von Werneuchen nach Wriezen erhebliche Kosten verursachen würde.
Görke verwies auf das beschlossenen Sondervermögen der Kenia-Koalition mit dem stillgelegte Bahnstrecken über die aktuellen Pläne hinaus ertüchtigt werden sollten. Er verwies auf entsprechende Zielsetzungen im Koalitionsvertrag von SPD, CDU und Grünen zur Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken.
Andreas Noack (SPD) erklärte, dass zunächst die im Programm i2030 geplanten Wiederinbetriebnahmen der Heidekrautbahn und der Potsdamer Stammbahn realisiert werden müssen, bevor neue Projekte in Angriff genommen werden sollten.