Zum Vorsitzenden wurde der Lausitzer SPD-Abgeordnete Wolfgang Roick gewählt, sein Stellvertreter ist der Cottbuser Michael Schierack von der Brandenburger CDU-Fraktion. Beide wurden einstimmig gewählt. Im August hatte der Landtag mehrheitlich für die Einsetzung des Gremiums gestimmt. Die Koalitionsfraktionen SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen hatten den Ausschuss beantragt.
Der Sonderausschuss soll nach Angaben des Landtags den Prozess der Strukturentwicklung in der Lausitz begleiten und zugleich dessen Transparenz unterstützen. Themen und Fachfragen zur Strukturentwicklung sollen gebündelt und bearbeitet werden. Das Gremium wird dem Landtag spätestens drei Monate vor Ende der Wahlperiode einen Endbericht vorlegen. Hintergrund ist die Umsetzung des Strukturstärkungsgesetzes im Landtag.
Der milliardenschwere Strukturwandel in Kohleregionen wie etwa der Lausitz soll bald mit ersten Projekten beginnen. Dazu gehören der Ausbau des Bahnwerks Cottbus, die ICE-Verbindung Berlin-Cottbus-Görlitz, ein DLR-Institut für CO2-freie Industrieprozesse und die Medizinerausbildung in Cottbus. Hauptziel ist es, neue und zukunftsfähige Jobs zu schaffen, damit die Regionen wirtschaftlich nicht zurückfallen, wenn Deutschland bis spätestens 2038 aus der Kohle-Verstromung aussteigt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte in seiner Regierungserklärung den Ausstieg aus der Kohle als große Chance für die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft bezeichnet.