Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird für Studenten in vielen deutschen Universitätsstädten angesichts weiter steigender Mieten immer schwerer. In den zurückliegenden zwölf Monaten haben sich die Mieten von besonders gefragten, kleinen Studentenunterkünften in gut drei Viertel der deutschen Hochschulstädte teils kräftig verteuert.
Das haben die Fachleute des Internetportals Immowelt registriert. Die Statistiker haben bei ihrer Analyse dabei in der Spitze einen Anstieg der Angebotsmieten von bis zu 16 Prozent registriert.

Das haben die Fachleute untersucht

Unter die Lupe genommen und verglichen haben die Immobilienprofis dabei die Preise für Studentenwohnungen in insgesamt 67 deutschen Universitäts- und Hochschulstädten. Ihr besonderes Augenmerk legten sie dabei auf Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern und einer Größe von bis zu 40 Quadratmetern.
In 28 der untersuchten 67 Städte übersteigt die prozentuale Mietsteigerung sogar die imposante Inflationsrate von 6,8 Prozent, wie sie für die zurückliegenden zwölf Monate offiziell registriert worden ist.

In München und Berlin wohnen Studi besonders teuer

Keine Überraschung: Am teuersten wohnen Studenten nach wie vor in München. Dort werden für eine Singlewohnung aktuell im Mittel 840 Euro an Kaltmiete aufgerufen. Vor einem Jahr waren es noch 760 Euro. Das bedeutet einen Preisanstieg von immerhin elf Prozent. In den meisten anderen großen Universitätsstädten haben sich die Mieten von studententauglichen Wohnungen ebenfalls erhöht.
Vorbei sind längst auch die Zeiten, in denen die meisten Studierenden in Berlin besonders preiswert wohnen konnten. In der Hauptstadt müssen Studenten heute mit Kaltmieten von durchschnittlich 570 Euro rechnen. Auch das sind immerhin zehn Prozent mehr als noch im vorigen Jahr.
In Frankfurt am Main (540 Euro) und Hamburg (500 Euro) sind die Angebotsmieten binnen eines Jahres um acht beziehungsweise neun Prozent gestiegen. Etwas moderater fällt der Mietpreisanstieg hingegen in Köln aus, wo sich Studentenwohnungen um zwei Prozent verteuert haben. Doch auch in der Rheinmetropole müssen Studierende an die 500 Euro für eine kleine Wohnung kalkulieren.

Deshalb steigen die Preise bei Studentenwohnungen so stark

Studenten konkurrieren in den Universitäts- und Hochschulstädten mit anderen Bevölkerungsgruppen um kleine Wohnungen. So suchen auch Singles oder Verwitwete inzwischen zunehmend kleinere Wohnungen, weil sie sich angesichts des hohen Preisniveaus nicht mehr Wohnfläche leisten können.

Potsdam – Kräftiger Preisanstieg im Osten

Wer noch immer glaubt, in den ostdeutschen Universitätsstädten könnten Studierende grundsätzlich am preiswertesten wohnen, täuscht sich. Am deutlichsten haben sich nach der Immowelt-Analyse nämlich Studentenwohnungen ausgerechnet in Potsdam verteuert. Während eine Wohnung mit bis zu 40 Quadratmetern in der Brandenburger Landeshauptstadt vor einem Jahr im Mittel noch 380 Euro Kaltmiete kostete, müssen Studenten aktuell schon mit 440 Euro rechnen – ein Zuwachs von rekordverdächtigen 16 Prozent. Damit ist der prozentuale Mietpreisanstieg in Potsdam mehr als doppelt so hoch wie die Inflationsrate von 6,8 Prozent im selben Zeitraum.
Auch in kleineren Uni-Städten fallen die prozentualen Zuwächse bei den Mieten teils noch stärker aus als in den Metropolen. In beliebten Universitätsstädten wie Tübingen und Mainz (jeweils 450 Euro) sind die Mieten von Studentenwohnungen mit immerhin 13 Prozent fast doppelt so stark gestiegen wie die Inflation.

Günstig studieren in Cottbus und Frankfurt (Oder)

Tatsächlich aber lassen sich in einigen ostdeutschen Universitätsstädten noch durchaus bezahlbare, kleine Wohnungen für Studenten finden. Die preiswertesten Studi-Wohnungen unter den insgesamt 67 untersuchten deutschen Universitätsstädten wurden dabei im sächsischen Chemnitz angeboten. Auch dort sind die Kaltmieten in den vergangenen zwölf Monaten zwar um sechs Prozent gestiegen, liegen aber noch immer im Mittel bei 190 Euro für eine kleine Studi-Wohnung.
Sehr gut studieren und auch relativ günstig wohnen können Studenten vor allem auch an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg in Cottbus und an der Viadrina in Frankfurt (Oder).
Für Cottbus haben die Immobilienfachleute einen Mittelwert bei den kleinen Mietwohnungen von 220 Euro Kaltmiete ermittelt. Im Jahr 2021 hatte dieser Wert allerdings noch bei 210 Euro gelegen.
In Frankfurt (Oder) müssen Studierende mit Mietpreisen inzwischen um 230 Euro rechnen. Die Oderstadt ist eine der ganz wenigen deutschen Universitätsstädte, in denen die Mieten für kleine Wohnungen in den zurückliegenden zwölf Monaten sogar um vier Prozent gesunken sind.
Die kompletten Ergebnisse der Analyse zu den Preisen bei Studentenwohnungen in Deutschland gibt es auf einer Internetseite von Immowelt.

Das ist die Datenbasis für die Immobilien-Experten

Datenbasis für die Berechnung der Mieten in 67 ausgewählten deutschen Universitätsstädten waren auf immowelt.de inserierte Angebote mit einer Wohnfläche von bis zu 40 Quadratmetern und 1 bis 2 Zimmern. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der angebotenen Mietwohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.