Im Tarifstreit bei den Asklepios-Kliniken in Brandenburg beginnt am Donnerstag (6.00 Uhr) ein sechstägiger Streik. Betroffen sind die Standorte in Brandenburg (Havel), Teupitz, Lübben und die zehn Tageskliniken. Rund 1300 nichtärztliche Beschäftigte sind zu dem Ausstand aufgerufen. Am Vormittag ist eine Kundgebung vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin geplant.
Bei einer Urabstimmung Anfang Oktober hatten knapp 91 Prozent der befragten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt. Seit Juni haben die Brandenburger Asklepios-Beschäftigten in der laufenden Tarifauseinandersetzung nach Angaben der Gewerkschaft bereits an 18 Tagen gestreikt, ohne dass es ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber gegeben hätte.

Gleiche Konditionen wie im Westen gefordert

Hintergrund ist laut Verdi, dass die rund 1450 Brandenburger Beschäftigten nach einem Haustarifvertrag für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 10.600 Euro weniger pro Jahr verdienten als die Kollegen an den Hamburger Standorten des Konzerns. Denn dort gelte der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, so Verdi. Die Gewerkschaft verlangt für alle Asklepios-Beschäftigten die gleichen Konditionen.
Der letzte Vorschlag der Arbeitgeber sah nach deren Angaben je nach Berufsgruppe innerhalb der zweijährigen Laufzeit Gehaltssteigerungen um bis zu 16 Prozent vor. Nach Berechnungen der Gewerkschaften entspräche das Angebot der Arbeitgeber dagegen nur einer Gehaltssteigerung zwischen 5,3 und 8,5 Prozent. Hinzu käme eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 1200 Euro, für die es aber ein Jahr lang keine Tarifsteigerung geben solle, so Verdi.