Die Umweltschützer kritisieren die nicht ausreichende Markierung der Leitung und fordern stattdessen schwarz-weiße Blinkeffekte in einem Abstand von fünf bis 25 Metern. Die nach Brandenburg/Havel führende Hochspannungsleitung sei seit Jahren als Kollisionsschwerpunkt bekannt. Selbst Großtrappen hätten sich in den Leitungen verfangen. "Diese Großvögel sind in Mitteleuropa extrem stark gefährdet und konnten in Deutschland nur durch ein sehr aufwändiges Schutzprogramm mit hohem Personal- und Finanzeinsatz vor dem Aussterben bewahrt werden", sagt Günter Nowald, Geschäftsführer der Kranichschutz Deutschland GmbH. Das havelländische Luch sei nur eines von drei Gebieten in Deutschland, wo die majestätischen Trappen überlebt haben.
Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien mit weiteren Stromtrassen befürchten Umweltschützer eine Zunahme des Vogelsterbens. Es fehle eine bundeweit gesetzliche Vorgabe zur Markierung aller gefährlichen überirdisch verlaufenden Stromleitungen durch die jeweiligen Netzbetreiber, kritisiert Kranichschutz Deutschland. Auch die Länder seien in der Pflicht, einen Verlauf von Stromtrassen durch für den Vogelschutz sensible Gebiete zu vermeiden und eher auf Erdverkabelung zu setzen.