Der erste Brandenburger Landtagspräsident seit der Einheit, Herbert Knoblich, ist tot. Das sagte die amtierende Präsidentin des Landtages Ulrike Liedtke (SPD) am Montag in Potsdam. Sie würdigte Knoblich als Parlamentarier der ersten Stunde, der maßgeblich den Aufbau der parlamentarischen Strukturen in Brandenburg bestimmt habe. Liedtke sagte zu Beginn einer Corona-Sondersitzung, Knoblich habe durch sein Handeln und sein Engagement dazu beigetragen, dass Brandenburg einen festen und anerkannten Platz in der Gemeinschaft der Bundesländer habe. „Für diese außerordentliche Leistung danken wir ihm.“ Die Abgeordneten erhoben sich zu einer Gedenkminute.

Knoblich wurde 82 Jahre alt

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte Knoblich als „großen Mann der ersten Stunde, einen aufrechten Demokraten und leidenschaftlichen Parlamentarier“. „Unser Parlament kann sich glücklich schätzen, in den extrem arbeitsintensiven, hitzigen und schwierigen ersten Jahren nach der Landesneugründung einen Mann an der Spitze gehabt zu haben, der immer einen klaren Kompass für sein Tun hatte.“
Knoblich war von 1990 an Abgeordneter der SPD im Landtag und amtierte von 1990 bis 2004 als Landtagspräsident. Sein direkter Nachfolger war Gunter Fritsch (SPD), der von 2004 bis 2014 Präsident des Parlaments war. Von 2014 bis 2019 stand Britta Stark (SPD) an der Spitze des Landtags. Knoblich hatte dem Landtag im Jahr 2019 just an seinem 80. Geburtstag einen Besuch abgestattet. Er wurde 82 Jahre alt.