Verantwortungsvolle Politik würde nun so aussehen, den Eltern reinen Wein einzuschenken und ihnen transparent und für Nicht-Fachleute nachvollziehbar zu erklären, was im neuen Schuljahr passieren soll und vor welchen Hürden man steht.
Das wäre auch deshalb die Pflicht des Bildungsministeriums, weil die Eltern in den vergangenen Monaten zumeist ohnehin den Lehrer-Job übernommen haben. Sie haben mehr denn je Anspruch auf umfassende Informationen. Wenn dann in einem Elternbrief in den blauen Dunst hinein von "individuellen Lernausgangslagen" und Unterricht am Sonnabend oder in den Ferien geredet wird, ohne das genauer darzustellen, wirkt das wie eine Beruhigungspille und nicht wie Informationspolitik auf Augenhöhe.
Eine andere Erklärung für die dünnen Ausführungen des Ministeriums wäre, dass man weiterhin nur auf Sicht fährt und keinen echten Plan hat, was in fünf Wochen genau passieren soll. Ebenfalls eine beunruhigende Vorstellung.