Nun will auch die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig auf zwei Hochzeiten tanzen. Sie verweist auf die Verantwortung ihren Wählern gegenüber und auf den begrenzten Zeitraum von 18 Monaten bis zur nächsten Bundestagswahl. Schwer zu sagen, ob die Wähler eine Pendelei zwischen Berlin und Potsdam begrüßen oder sich eine Konzentration ihrer Abgeordneten auf eine von beiden Aufgaben wünschen. Die nächsten Wahlen können darüber Aufschluss geben. Bei den letzten beiden Urnengängen konnte Ludwig nicht die Direktmandate gewinnen. Für den Landesverband wäre die Abgabe des Landtagsmandates wünschenswert, weil mit einem Nachrücker aus dem Barnim die Strukturen im Nordosten gestärkt werden können. Aber das ist offenbar keine Erwägung, die für Saskia Ludwig große Relevanz zu haben scheint. Eine Woche nach dem Landesparteitag, auf dem Ludwig nicht wieder in den Vorstand gewählt wurde, ist ihre jetzige Ankündigung als Provokation gegenüber der neuen Parteispitze zu verstehen – ein Zeichen, dass sie sich nicht unterordnen will. Das setzt Landeschef Michael Stübgen unter Druck.