Auf dem Gelände des Unternehmens stehen zehn riesige Tanks, die jeweils 30000 Kubikmeter Rohöl fassen. Der Durchsatz liegt bei schätzungsweise 21 Millionen Tonnen im Jahr. Aus den kontinuierlich auf den neuesten Stand gebrachten Anlagen wird das Erdöl über ein zirka 730 Kilometer langes Pipelinenetz zu den Raffinerien in Schwedt und Leuna/Spergau (Sachsen-Anhalt) gepumpt. Die Gesellschaft beschäftigt etwas weniger als 60 Mitarbeiter. Die Firma transportiert, lagert und schlägt Erdöl und Erdölprodukte über Pipelines um. MVL ist ein Tochterunternehmen der Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH (55 Prozent Anteil) und der PCK Raffinerie GmbH.
"Seit den Anfängen haben wir 860 Millionen Tonnen Rohöl transportiert", informiert MVL-Geschäftsführer Pascal Havy am Freitag auf der Feier zum Firmenjubiläum. "Stellen Sie sich vor, wenn wir einen Kesselwagenzug mit dieser Menge zusammenstellen würden, würde dieser Zug 4500 Mal um unsere Erdkugel reichen."
Das Unternehmen stehe heute vor großen Herausforderungen. Der Entwicklung der Rohölpreise zwinge zu mehr Produktivität und Effizienz. Eine weitere Herausforderung sieht Havy im demografische Faktor. Etwa 40 Prozent der Belegschaft geht in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand.
Die Erdölleitung Freundschaft, die auf dem Firmengelände endet, führt mitten durch den Nationalpark Unteres Odertal. Havy versichert: "Umweltbewusstes Handeln steht in unserem Unternehmen an erster Stelle, das heißt, den Rohölbedarf der Raffinerien im Einklang mit der Natur zu sichern." Dafür arbeitet MVL eng mit der Nationalparkverwaltung zusammen.
MVL war zu DDR-Zeiten lange ein Betrieb des Petrolchemischen Kombinates Schwedt. Mit dem Umbruch in der DDR wurde im Mai 1990 das Kombinat PCK aufgelöst, MVL wurde ein eigenes Unternehmen. Es wurde verantwortlich gemacht für die kontinuierliche Versorgung der Raffinerien Ostdeutschlands mit Rohöl. Das Stammkapital in Höhe von 40 Millionen DM teilten sich damals PCK, Leuna-Werke, Hydrierwerk Zeitz, Sächsische Olefinwerke und Addinol Mineralöl GmbH Lützkendorf. Es fielen Aufgaben weg wie der Ethylentransport von Böhlen nach Zaluzi, Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, der Rohbenzintransport Zeitz/Böhlen sowie der Betrieb der Kraftstoffleitung nach Seefeld.
Der uckermärkische Rohölversorger wurde mit Millionenaufwand neu strukturiert, Pipelines ertüchtigt, modernste Automatisierungstechnik eingebaut. Damit war MVL auf dem Weg zur westeuropäischen Normalität.