Im Kern geht es darum, dass eine Fahrrinne für die Schifffahrt  von mindestens 1,80 Meter Tiefe hergestellt werden soll, die im Oder-Abschnitt von Ratzdorf bis Küstrin zu 80 Prozent eines Jahres und von Küstrin bis Schwedt zu 90 Prozent des Jahres garantiert sein soll. Zum Vergleich: Am Freitag betrug der Pegelstand der Oder bei Frankfurt nur 98 Zentimeter.
Die Regulierungsziele sieht zwar auch ein Abkommen vor, dass Polen und Deutschland im Jahr 2015 zur Gewährleistung des Eisbrechereinsatzes auf dem Grenzfluss vereinbart hatten. Allerdings wird dieser Vertrag von deutscher Seite in Richtung Hochwasserschutz interpretiert, während Polen ihn als Grundlage betrachtet, die Oder für die Schifffahrt auszubauen.
Bereits 2018 war der von der  Deutschen Bahn geplante Neubau der Eisenbahnbrücke bei Küstrin daran gescheitert, dass Warschau kurzfristig eine größere Durchlasshöhe für Containerschiffe gefordert hatte. Diese Forderung wurde auf Druck Brandenburgs zwar aufgegeben, hatte aber die Verschiebung des Brückenbaus zur Folge.
Jetzt sollen mit Weltbankkrediten größere Buhnen und Längsbauwerke zur Stromregulierung auf 160 Kilometer Flusslänge entstehen. Mit Hilfe eigener Gutachter hatte der BUND bereits im vergangenen Jahr verhindert, dass im sogenannten Zwischenoderland nördlich von Schwedt neue Deiche gebaut werden, die eine europaweit einzigartige Moorlandschaft vernichtet hätten.