Rund 1600 Menschen hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Staatskanzlei befragt. Ziel war, ein ehrliches Bild davon zu bekommen, was die Menschen wo in Deutschland über Brandenburg denken. "Das Land ist in der bundesweiten Wahrnehmung wenig präsent und besitzt ein geringes Profil", heißt es nun in der am Mittwoch vorgestellten Expertise.
So gab bei der Befragung nur jeder Vierte an, ein eher deutliches Bild des Landes vor Augen zu haben. Nur Sachsen-Anhalt und das Saarland standen bei dieser Frage schlechter da. Jene, die Brandenburg kennen, wiesen es im Sympathie-Ranking der Länder mit der Schulnote 2,7 ebenfalls auf die hinteren Plätze.
Aus Sicht vieler Westdeutscher sei Brandenburg zudem entweder einfach "Osten" oder eine Art Anhängsel von Berlin. Während zwar 78 Prozent der Westdeutschen den Spreewald kennen, wussten nur 38 Prozent der Befragten, dass er in Brandenburg liegt. Ähnlich bei der Uckermark: Etwas mehr als die Hälfte der Westdeutschen kennt die Region, aber nur 17 Prozent verorten sie in Brandenburg.
Das könne man möglicherweise auf mangelhaften Geografieunterricht im Westen zurückführen, sagte Staatskanzleichef Thomas Kralinski. Aber weiter helfe das nicht. "Wir müssen mehr machen, uns als attraktiv darstellen", erklärte er. Schnelle Erfolge seien kaum zu erwarten. "Das wird ein Dauerlauf." In diesem und im kommenden Jahr gebe das Land insgesamt 1,5 Millionen Euro aus, um gemeinsam mit einer Kreativagentur ein neues Marketingkonzept zu entwickeln.
Kralinski betonte, dass es um weit mehr gehe als die weitere Ankurbelung von Tourismus und Wirtschaft. "Wir möchten, dass Menschen hier gern leben, hier studieren oder ihren Lebensabend verbringen wollen." Eine Herausforderung beim Marketing sei, die Berlinnähe als Plus hervorzuheben und doch ein eigenes Bild von Brandenburg zu zeichnen. Dass Brandenburg laut Umfrage für Natur- und Wasserreichtum stehe, könne man ebenfalls für das Konzept nutzen.
Ergebnis der Überlegungen werde auch ein Slogan sein á la "Be Berlin" oder "Wir können alles außer Hochdeutsch". Aus Marketinggesichtspunkten sei ein Motto gut, dass etwas über das Land aussage und über das die Leute reden. Kralinski brachte folgenden Slogan ins Spiel: "Brandenburg - immer vor Berlin". (Kommentar Seite 2)
Liebe Leser, wie könnte ein Slogan lauten, um Brandenburg bekannter zu machen? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per e-mail an brandenburg@moz.de.