Die restlichen fünf Millionen Euro sollen direkt an die Schulen fließen, damit dort bei Bedarf kurzfristig Lehrkräfte eingestellt werden können. Nach Angaben des Bildungsministeriums erhalten die Schulen je nach Größe zwischen 3000 und 16000 Euro pro Jahr. Theoretisch könnten damit zwischen 70 und 700 Unterrichtsstunden - bezahlt nach den tariflichen Vereinbarungen - finanziert werden. Zu diesem Zweck sollen die Schulen einen Pool von Personen rekrutieren, die für erkrankte Lehrer einspringen können. Gedacht ist dabei sowohl an pensionierte Pädagogen, an Lehramtsstudenten oder Referendare. Der Lehrerrat der jeweiligen Schule muss der Beauftragung der Zusatzkräfte zustimmen. Außerdem könnten Lehrer, die ab kommendem Schuljahr an Grund- und Oberschulen eine Stunde weniger unterrichten müssen, ihre Arbeitszeit vorübergehend wieder aufstocken.
Münch betonte, dass zunächst Erfahrungen mit den Personalpools gesammelt werden müssen. "Natürlich wird es in Potsdam leichter sein, Personal zu finden als in Gerswalde oder Herzberg", sagte Münch. Es sei jedoch der Wunsch vieler Schulleiter gewesen, eigene Personal-Budgets für diese Zwecke zu erhalten. Die CDU im Landtag fordert dagegen eine generelle Aufstockung der Vertretungsreserve, die zurzeit bei drei Prozent der gesamten Lehrkräfte liegt. Für FDP-Fraktionschef Andreas Büttner ist es beschämend, dass das Bildungsministerium jahrelang den hohen Unterrichtsausfall ignorierte und erste jetzt, ein knappes Jahr vor der nächsten Landtagswahl, darauf reagiert.
Im zweiten Schulhalbjahr 2012/13 ist der Anteil des nicht regulär erteilten Unterrichts auf den Rekordwert von 10,6 Prozent gestiegen. Im Halbjahr davor lag er noch bei 9,1 Prozent. Rund zwei Prozent davon fielen ganz aus, der Rest wurde durch Zusammenlegung von Klassen, Stillarbeit oder anderen Unterricht aufgefangen.