Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen streben nach Aussage des Verdi-Vorsitzenden Frank Werneke in dieser Tarifrunde keine Arbeitskämpfe an.
„Aber wenn die Arbeitgeber damit taktieren, dass wegen der Corona-Pandemie die Kollegen im öffentlichen Dienst sich klein machen und sich nicht wehren, dann täuschen sie sich“, sagte Werneke am Dienstag vor dem Auftakt der Tarifverhandlungen in Potsdam. Zu den Verhandlungen wurde auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erwartet.
„Wir werden nicht zulassen, dass die Kommunen ihre aktuellen Probleme durch den Griff in den Geldbeutel ihrer Beschäftigten lösen“, betonte Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes und Verhandlungsführer. Auch wenn die Gewerbesteuereinnahmen in den vergangenen Monaten eingebrochen seien, lasse sich daraus kein Argument für einen dauerhaften Gehaltsverzicht der Beschäftigten herleiten.
Gewerkschaften und Arbeitgeber verhandeln über das Einkommen der rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen: über Gehälter und Löhne von Kita-Erzieherinnen, Müllwerkern, Busfahrern und Krankenschwestern. Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn - mindestens 150 Euro mehr monatlich für kleine Einkommen.
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände weist die Forderungen als „völlig überzogen“ zurück. Die Forderungen betreffen 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte. Auf die mehr als 200.000 Beamten soll das Ergebnis nach Ansicht der Gewerkschaften übertragen werden.