Wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau ist ein 37-Jähriger vom Landgericht Potsdam zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte mit seiner Frau vor gut einem Jahr absichtlich vor einen Straßenbaum gefahren ist, um sie zu töten. Die Frau überlebte.

Ehemann ruft bei Fahrt gegen Baum noch „Tschüß“

Während einer gemeinsamen Autofahrt am 6. August 2019 soll der Angeklagte den Wagen bei Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark) in einer Rechtskurve mit 70 km/h nach links in Richtung eines Baumes gelenkt haben, so die Staatsanwaltschaft. Er soll die Fahrertür geöffnet und „Tschüss“ gerufen haben. Die Frau hatte demnach ins Lenkrad greifen und so das Auto erst durch zwei Bäume hindurch lenken können, der Wagen sei dann gegen einen dritten Baum geprallt. Die Frau, die sich laut Anklage von dem Angeklagten trennen wollte, wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von neun Jahren wegen versuchten Mordes beantragt. Die Verteidigung des 37-jährigen Deutschen plädierte auf fahrlässige Körperverletzung.