Nachdem in Brandenburg zunächst die Vereinbarung eines Termins zur Impfung gegen das Coronavirus in den Impfzentren zu Problemen geführt hat, gab es jetzt auch Pannen bei notwendigen Terminverschiebungen.
Einige Menschen erhielten die Absage per Mail, ohne zuvor telefonisch über die Verschiebung aufgeklärt worden zu sein, wie Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), am Samstag bestätigte. „Das war sicher irritierend.“

9000 Termine müssen verschoben werden

Bei rund 9000 Brandenburgerinnen und Brandenburgern müssen Termine verschoben werden, weil es Lieferverzögerungen beim Impfstoff gibt. Die Betroffenen sollten eigentlich telefonisch über die Verschiebung aufgeklärt werden. Erst danach sollte die Absage des Termins per Mail und ein ausführlicherer Brief mit allen wichtigen Informationen rausgeschickt werden. Stattdessen erhielten einige jedoch die Mail vorab, in der die Terminabsage bestätigt wurde. Medien berichteten von irritierten Anrufern, die sich wunderten, da sie doch gar keinen Termin abgesagt hätten.

Mails hätten sich automatisch versendet

Die KVBB entschuldigte: „Das ist ein technisches Problem“. Für die Terminvergabe werde eine Datenbank genutzt, die automatisch die Mails versende. „Anpassungen am Text sind nicht möglich“, sagte Wehry. „Wir kümmern uns.“ Die Call-Center-Mitarbeitenden seien am Morgen geschult worden, die Vorgehensweise zu entschuldigen.

Schwerpunktpraxen werden gefordert

Der Hausärzteverband Brandenburg plädiert für Impfungen in sogenannten Schwerpunktpraxen. In jedem Landkreis solle es einzelne Praxen geben, in denen sich Menschen, die derzeit impfberechtigt sind wie über 80-Jährige, impfen lassen können. Dadurch könnten Impfungen im Land viel schneller gehen, sagte Karin Harre, Vorsitzende des Verbandes. Wenn genug Impfstoff vorhanden ist, sollte in allen Praxen geimpft werden. Damit rechnet die Ärztin aber nicht vor Ostern.
„Wir sind sehr dafür, dass der Impfstoff auch in die Praxen kommt“, sagte Wehry von der KVBB. Bei der Grippeimpfung sehe man, was die Praxen stemmen könnten. Dafür müsse es aber erst einmal genügend Impfstoff gegen das Coronavirus geben.

Linke kritisiert „Pannenserie“

Die Linke in Brandenburg bezeichnete die Impfkampagne des Landes als „Pannenserie“. „Erst war es fast unmöglich, die Termine zu bekommen – und jetzt werden sie auch noch mit verwirrenden Mails abgesagt – wegen Impfstoffmangels. Das ist ein Kommunikationsdesaster“, so Landesvorsitzende Anja Mayer. „Es schürt Unsicherheit bei den Betroffenen und gefährdet den Erfolg der Impfkampagne. Die nun stockenden Lieferungen liegen möglicherweise nicht im Verantwortungsbereich der Landesregierung, die miserable Organisation der Impfungen schon.“
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