Die Vogelzählaktion des Naturschutzbundes (Nabu) geht von Freitag bis Sonntag in die elfte Runde, wie die Organisation am Donnerstag ankündigte.
Wer an der „Stunde der Wintervögel“ teilnehmen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang im Auge behalten, welche Vögel sich in welcher Anzahl an einem Ort wie Balkon, Garten oder Park zeigen.
Die Daten können dann telefonisch, im Internet oder mit einer Nabu-App gemeldet werden. Seit vielen Jahren ist bei der Aktion der Spatz der am häufigsten gesichtete Vogel in Brandenburg. Im vergangenen Jahr war es laut Nabu auch dieser Haussperling, gefolgt von der Kohlmeise und dem Feldsperling.
In diesem Jahr interessiert sich der Nabu insbesondere für Blaumeisen. Hintergrund ist eine durch ein Bakterium ausgelöste Epidemie im vergangenen Frühjahr. Bei der Zählung im Mai vergangenen Jahres seien auch in Brandenburg entsprechend weniger Blaumeisen gesichtet worden, sagte Nabu-Expertin Manuela Brecht. Die Frage sei nun, ob immer noch ein Effekt spürbar sei.
Im Vorjahr beteiligten sich nach Angaben des Nabu mehr als 6500 Brandenburger an der Aktion. Bundesweit waren es mehr als 143 000 Teilnehmer. Diesmal könnten es noch mehr werden, meinte Brecht. „Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr haben gezeigt, dass die Natur vor der Haustür von vielen Menschen wieder mehr wahrgenommen und geschätzt wird, wenn es nicht möglich ist, in die Ferne zu schweifen“, sagte sie. „Je mehr Menschen an der Zählung teilnehmen, desto aussagekräftiger werden zudem die Ergebnisse.“
Eine Erkenntnis aus den bisherigen Zählungen sei, dass in kalten und schneereichen Wintern deutlich mehr Vögel in die Nähe des Menschen kommen. „Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen“, hieß es.