Rund 250 Einsatzkräfte kämpfen aktuell gegen den Waldbrand im Süden Brandenburgs. Die für Freitag angekündigten 400 Kräfte seien zu spät benachrichtigt worden und so kurzfristig nicht einsatzfähig, sagte ein Sprecher des Elbe-Elster-Kreises am Freitagmorgen. Im Laufe des Freitags sind die Einsatzkräfte zur Bekämpfung im Brandgebiet von Kölsa-Rehfeld wieder aufgestockt worden. Das Gebiet, auf der Flammen weiter aktiv sind, wurde noch einmal vermessen. An der B183 soll zudem eine Fläche kontrolliert abgebrannt werden, sodass ein Überspringen der Flammen in Teilen ausgeschlossen werden könne.
Durch das kontrollierte Abbrennen kann die Brandlast unter anderem durch Totholz oder Schlagabraum reduziert und Schadensfeuern und deren verheerender Zerstörung vorgebeugt werden. An der Bundesstraße soll dadurch ein Übergriff des Feuers auf die andere Straßenseite dauerhaft verhindert werden. Unter Berücksichtigung des Bundesnaturschutzgesetzes sowie des Landeswaldgesetzes und gegebenenfalls weiterer Vorgaben wird mittels biologisch abbaubarer Flüssigbrennstoffe die definierte Flächen strategisch behandelt.
Die aktuelle Herausforderung beim Großbrand Kölsa-Rehfeld besteht nach wie vor darin, Glutnester aufzuspüren und zielgerichtet zu bekämpfen. Unterstützt werden die Feuerwehrleute von einem Pionierpanzer der Bundeswehr: Er legte Wege für die Löschkräfte durch das unwegsame Gelände an und schlug Schneisen, damit sich Flammen nicht mehr so schnell ausbreiten können. Außerdem ist die Bundeswehr mit sechs Hubschraubern zur Erkundung und zum Löschen im Einsatz.

Großschadenslage bleibt bestehen

Die Transporthubschrauber vom Typ CH53 und NH90 sind heute bis in die Nacht in der Luft und haben seit 8 Uhr den Flugbetrieb aufgenommen. Obendrein unterstützen Wasserwerfer der Polizei und weitere Tanklöschfahrzeuge der Bundeswehr die Löscharbeiten vor Ort ebenso wie ein Löschpanzer aus Sachsen, der in munitionsbelastetem Gebiet bei der Brandbekämpfung hilft.
Eine Atempause für die stark belasteten Einsatzkräfte könnte der vom Deutschen Wetterdienst für diesen Samstag angekündigte Regen bringen. Die zu erwarteten Niederschlagsmengen für Südbrandenburg sind aber noch unklar. In der kommenden Woche sieht es dann wieder nach trockenen Tagen aus. Nach der Trendvorhersage des DWD kann es dann wieder größere Hitze geben, Regen dürfte dann rar sein.
Der Waldbrand war am Montag ausgebrochen und hatte sich sehr schnell auf rund 800 Hektar ausgebreitet. Aktuell erstrecke sich die Brandbekämpfung auf ein Gebiet von 550 bis 600 Hektar, sagte der Kreissprecher. Der Verwaltungsstab halte vorerst an der ausgerufenen sogenannten Großschadenslage fest, weil überörtliche Einsatzkräfte und Kapazitäten weiter dringend benötigt werden und die Lage mit eigenen Kräften allein nicht zu bewältigen sei.