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Den Feuerwehren in der Region wird wirklich keine Pause gegönnt. Am Montag (25. Juli 2022) heißt es, einen Ödlandbrand im Südwesten Falkenbergs in Richtung Rehfeld und der Landesgrenze zu Sachsen unter Kontrolle zu bringen, da das Feuer sich schnell auszubreiten droht.
Im Einsatz sind die Wehren aus dem gesamten Umkreis, insgesamt aus 15 Standorten von Bad Liebenwerda bis Herzberg.
Gegen 13.30 Uhr wurde der Alarm gegeben, am späteren Nachmittag hatte sich das Feuer von anfänglich zehn auf nunmehr rund 850 Hektar ausgedehnt. Der Landkreis Elbe-Elster stufte das Feuer als Großschadenslage ein, der Kreis habe somit die Einsatzleitung übernommen. Die Orte Rehfeld und Kölsa mussten am Abend evakuiert werden. Auch standen eine Schweinemast in Kölsa sowie eine Photovoltaik-Anlage in Lönnewitz in Flammen.
Für Fragen der Bevölkerung wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter 03535 46-4004 zu erreichen ist.
  • Wo hat der Waldbrand welche Schäden angerichtet?
  • Wie läuft die Brandbekämpfung?
  • Welche Schutzmaßnahmen werden den Einwohnern Elbe-Elsters empfohlen?
  • Wie entwickelt sich der Waldbrand

Lage bei Kölsa-Rehfeld unter Kontrolle

Nach dem Aufflammen einzelner Glutnester gestern Abend beim Großbrand Kölsa-Rehfeld hat sich die Lage im Verlauf der Nacht wieder deutlich entspannt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises Elbe-Elster hervor. Die Einsatzkräfte vor Ort haben den Brand unter Kontrolle. Es gibt derzeit keine offenen Feuer. Unter Beobachtung stehen zahlreiche Glutnester mit Temperaturen zwischen 40 und 180 Grad.
Im Einsatzgebiet der Stadt Falkenberg sind derzeit rund 320 Kräfte aus mehreren Landesteilen Brandenburgs mit Löscharbeiten beschäftigt. In der Nacht ist der Pionierpanzer der Bundeswehr eingetroffen und hat erneut Schneisen im Gelände angelegt, damit der Brand weiter eingedämmt werden kann. Diese Arbeiten werden auch im Tagesverlauf weiter fortgesetzt.
Unterstützung gibt es von der Bundeswehr und der Landespolizei aus der Luft. In den Vormittagsstunden werden CH53 Transporthubschrauber mit Wasserladungen aus dem Kiebitz Löschunterstützung leisten. Der Polizeihubschrauber erkundet parallel das Gelände per Wärmekamera nach Einsatzschwerpunkten und wird das Gelände noch einmal vermessen.
Der Verwaltungsstab schätzt zusammen mit den Einsatzkräften vor Ort ein, dass es heute vor allem darauf ankommt, die vorhandenen Glutnester im Großbrandgebiet weiter einzudämmen und in Schach zu halten. Das hängt nicht zuletzt von den Thermikverhältnissen und den sonstigen Wetterbedingungen ab.
Der zuvor gemeldete Bombenfund in Sachsen hat sich glücklicherweise als Irrtum entpuppt.

Evakuierungen sind kein Thema mehr

Entwarnung gibt es bei dem verheerenden Waldbrand noch immer nicht, die Lage ist nach Angaben des Kreisbrandmeisters aber mittlerweile unter Kontrolle. Das hätten die Auswertungen der Luftbilder mit der Wärmekamera ergeben. Evakuierungen von Ortslagen seien kein Thema mehr. „Jetzt geht es darum, die Ablöscharbeiten am Boden zu forcieren“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Man rechne bei steigenden Temperaturen wieder mit einzelnen offenen Feuern bei wechselnden Winden.

Bombenfund auf sächsischer Seite

Erschwert werden die Arbeiten durch einen aktuellen Bombenfund auf sächsischem Territorium unweit der Landesgrenze. Es wurde ein Sperrkreis von 1000 Metern gezogen, der ins Elbe-Elster-Territorium reicht. Dort können derzeit weder auf sächsischer, noch auf der brandenburgischen Seite Brandbekämpfungsarbeiten stattfinden. Die Verantwortlichen in beiden Ländern sind im engen Austausch, um die Bombenräumung schnellstmöglich zu organisieren, so der Verwaltungsstab des Landkreises.

Großschadenslage bleibt weiter bestehen

Die Großschadenslage bleibt laut Landkreis bestehen. Hiesige Einheiten seien nach wie vor auf die Unterstützung überörtlicher Kräfte aus anderen Landkreisen angewiesen, informiert der Verwaltungsstab. Rund 360 Einsatzkräfte sind aktuell noch mit dem Großbrand beschäftigt. Unter anderem, geht es darum, eine Riegelstellung zu Sachsen aufzubauen, damit ein Feuerübergriff aus Sachsen erschwert wird. Dabei hilft in den Abendstunden ein Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr.

Feuer im Waldbrandgebiet ist unter Kontrolle

Der verheerende Waldbrand ist unter Kontrolle. Das sagte Kreisbrandmeister Steffen Ludewig am Mittwoch in Falkenberg nach einer Lagebesprechung. „Die Situation ist stabil, über Nacht auch entspannt.“ Abkühlung durch gesunkene Temperaturen und ein Nachlassen des Windes hätten geholfen.
Das Brandgebiet umfasst nach wie vor rund 800 Hektar, ein heißer Brand mit Flammen und Rauchentwicklung tobe allerdings noch auf einer Fläche von rund 500 Hektar, berichtete der Kreisbrandmeister. Rund 400 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen. Zwei Löschhubschrauber der Bundeswehr sind seit dem Morgen im Einsatz.
Steffen Ludewig, der Kreisbrandmeister von Elbe-Elster, steht vor einem Feuerwehrfahrzeug. Die Feuerwehr kämpft weiter gegen den großen Waldbrand bei Falkenberg.
Steffen Ludewig, der Kreisbrandmeister von Elbe-Elster, steht vor einem Feuerwehrfahrzeug. Die Feuerwehr kämpft weiter gegen den großen Waldbrand bei Falkenberg.
© Foto: Jan Woitas/dpa
Seit Mittwochmittag soll versucht werden, vom Boden aus abzulöschen. Ein Panzer der Bundeswehr, der Schneisen für die Feuerwehren schlagen soll, ist derzeit nicht einsatzbereit, ein Ersatzpanzer sei angefordert, der bis in die Nacht hinein Schneisen um ein bedrohtes Gewerbegebiet legen soll.
Mindestens eine Woche werden die Löscharbeiten nach Einschätzung des Kreisbrandmeisters noch dauern. „Alle Kameraden sind an der Belastungsgrenze“, sagte Ludewig, es sei nicht der erste Einsatz in diesem Jahr.

Wetter bringt Unterstützung für Feuerwehrleute bei Brandbekämpfung

Bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Süden Brandenburgs bekommen die Einsatzkräfte etwas Unterstützung durch das Wetter. „Es wird mit bis zu 23 Grad heute nicht so warm wie gestern und der Wind ist im Mittel schwach“, sagte die Meteorologin der Deutschen Wetterdienstes, Helga Scheef, am Mittwochmorgen. Im Tagesverlauf könnten jedoch wieder Böen von bis zu 40 Stundenkilometern auftreten. „Regen ist aber bis Freitagabend nicht in Sicht“, betonte die Expertin.

Keine Entwarnung nach der Nacht zum Mittwoch – Kühle bringt aber etwas Entspannung

Der Waldbrand ist noch nicht unter Kontrolle, die Lage hat sich aber etwas entspannt. „Über Nacht ist das Feuer wegen der Kühle etwas zurückgegangen“, sagte Thomas Trodler vom Führungsstab der Feuerwehr im Elbe-Elster-Kreis am Mittwochmorgen auf Anfrage. Am Morgen wird es nach einem Aufklärungsflug eines Hubschraubers der Bundeswehr eine Besprechung und eine Lageeinweisung geben. „Es ist am Morgen mit auffrischendem Wind zu rechnen. Dann werden die Feuer wieder auflodern“, betonte Trodler.
Noch immer sei eine Fläche von rund 850 Hektar betroffen, ein heißer Brand mit Flammen und Rauchentwicklung tobe allerdings nur noch auf einer Fläche von rund 500 Hektar. Insgesamt sechs Hubschrauber der Bundeswehr hatten seit Dienstag den Brand aus der Luft bekämpft, 440 Feuerwehrleite waren am Boden im Einsatz. „Bis Mitternacht ist einer der Hubschrauber Einsätze geflogen“, erläuterte Trodler.
Besonders problematisch seien nach wie vor die Einsätze in zwei Abschnitten, in denen Munition im Boden vermutet wird. „Hier können die Feuerwehrleute aus Sicherheitsgründen nur von den Wegen aus den Brand bekämpfen“. Zudem arbeitet ein Bergepanzer der Bundeswehr Schneisen in den Wald, auf denen dann andere Einsatzfahrzeuge sicher unterwegs sind.
Der Landesfeuerwehrverband bezeichnete das Feuer als größten Waldbrand in diesem Jahr in Brandenburg. Experten gehen davon aus, dass das Löschen aller Glutnester noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern könnte.

Kadaver der Schweine müssen schnell entsorgt werden

Als immer noch sehr ernst, aber nicht hoffnungslos, schätzte Falkenbergs Stadtbrandmeister Sören Diecke am Dienstagabend gegen 19 Uhr die Lage im Brandgebiet ein. Etwa 420 Feuerwehrleute sind noch im Einsatz und löschen ununterbrochen.
Eine besonders knifflige Stelle hat besondere Maßnahmen erfordert, und zwar der Kurvenbereich auf der Straße vom Flugplatz Lönnewitz zur Auffahrt auf die B183. Hier droht das Feuer, sich seinen Weg über die Straße hinweg zu bahnen. Deshalb kam der Räumpanzer der Bundeswehr aus Beelitz, der am Nachmittag eingetroffen war, sofort zum Einsatz. Er hat eine zehn Meter breite Schneise geschoben. Das zeigt auch ein Video der Falkenberger Feuerwehr auf Facebook.
Vier Wasserwerfer aus Berlin und von der Polizei Brandenburg haben den Kurvenbereich gewässert. „Sollte das Feuer durchbrechen, können wir ringsherum Regner aufstellen und eine Riegelstellung aufbauen, um es in der Flur zu halten“, so Sören Diecke.
Außerdem hat eine Firma mittlerweile die verbrannten Pappeln an der abgebrannten Sauenanlage in Kölsa gefällt. Jetzt muss der Brandschutt beseitigt werden. Das Dach und die Solarzellen werden mit einem großen Kettenbagger runter geholt. Erst dann kann die Tierkadaverbeseitigung die toten Schweine aus den Ställen entsorgen. Das müsse schnell passieren, denn bei der Wärme sei der Geruch aus der Anlage nicht gerade angenehm, sagt der Stadtbrandmeister.

Neue Gefahr – Wetterdienst kündigt Sturmböen an

Der Verwaltungsstab beim Landkreis Elbe-Elster hält derzeit weitere Evakuierungen für nicht erforderlich. Die aktuelle Lage lege eine solche Entscheidung nicht nahe, machte der Leiter des Verwaltungsstabes Dirk Gebhard in der jüngsten Lagebesprechung deutlich. „Aber die Gefahr ist noch nicht vorüber. Wetterankündigungen über Sturmböen von über 60 km/h machen uns Sorge, dass das Brandgeschehen noch einmal an Dynamik gewinnt“, schaut Dirk Gebhard voraus.
Aktuell sind 480 Einsatzkräfte aus mehreren Landkreisen mit 90 Fahrzeugen im Löscheinsatz. Die Einsatzleitung der Feuerwehr vor Ort hat aktuell drei Einsatzabschnitte gebildet, um den Großbrand Kölsa-Rehfeld in der Stadt Falkenberg zu bekämpfen. Weitere Unterstützung kam dabei von der Bundeswehr. Sie setzt zusätzlich zu den bereits zur Verfügung gestellten Transporthubschraubern vom Typ CH53 aus Holzdorf drei weitere Hubschrauber NH90 ein. Diese haben eine Löschwasserkapazität von 2500 Litern pro Einsatzflug. Der Schwerpunkt der Löscharbeiten liegt dabei im südlichen Einsatzabschnitt in der Nähe des Gewerbegebietes Lönnewitz.
Mit einem Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr soll dort eine Schneise errichtet werden, um die Brandausbreitung zu verhindern.

Experte: Waldbrand in Elbe-Elster ist andere Art von Feuer

Der Großbrand im Elbe-Elster-Kreis unterscheidet sich nach den Worten des Waldbrandexperten Philipp Haase von anderen Bränden im Land. „Wir reden hierbei von einem Baumkronenbrand, das Feuer läuft von Krone zu Krone und findet sehr viel brennbares Material wie Nadeln“, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
Das Feuer brenne über den Spitzen der Bäume in einer Höhe von bis zu 25 Meter. Dort seien die Windgeschwindigkeiten auch höher als am Waldboden, die Flammen könnten sich schneller ausbreiten, so Haase. Für das Gebiet bedeute das einen „Totalverlust“ der Bäume. Das unterscheide den aktuellen großen Waldbrand von anderen Bränden in Brandenburg.

Feuer auch am Dienstagmorgen noch nicht unter Kontrolle

Die Befürchtungen des späten Abends bestätigen sich. Auch am Dienstagmorgen ist nach Angaben der Leitstelle Lausitz der Brand auf der Fläche von circa 850 Hektar nach wie vor nicht unter Kontrolle. Auch weitere Einsatzkräfte aus Spree-Neiße waren in der Nacht zur Unterstützung angerückt. Was die im Einsatz verletzten Feuerwehrkräfte betrifft, habe man derzeit keine weiteren Informationen.
Die Deutsche Bahn hat wegen des Waldbrands im Landkreis den Bahnverkehr zwischen Leipzig und Cottbus unterbrochen. Betroffen sei der Abschnitt zwischen Torgau und Falkenberg (Elster) der Linie RE10, sagte ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen. Die Haltestellen entfallen. Ersatzweise sollten Busse zwischen Falkenberg (Elster) und Torgau fahren. Nach Angaben des Sprechers sollte der Zugverkehr bis in die Mittagsstunden hinein unterbrochen bleiben.

Ende der Brandbekämpfung nicht absehbar

An dem Brandeinsatz sind mehr als 400 Einsatzkräfte beteiligt, darunter auch überörtliche Kräfte aus Potsdam-Mittelmark, Cottbus und Oberspreewald-Lausitz.
Der Großbrand breitet sich weiterhin dynamisch aus, so das bittere Fazit Montagnacht. Im Verwaltungsstab gehen die Experten davon aus, dass die Brandbekämpfung die ganze Nacht weitergeht und mehrere Tage dauert. Ein Ende ist nicht absehbar, heißt es aus der Einsatzleitung.
Am Montagabend hatte sich Innenstaatssekretär Dr. Markus Grünewald im Verwaltungsstab vor Ort über das aktuelle Einsatzgeschehen informiert.

Weitere Verstärkung eingetroffen

Gegen 22 Uhr ist von der Leitstelle Lausitz zu erfahren, dass das Feuer bis dato nach wie vor nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Weitere Verstärkung aus Potsdam Mittelmark und Sachsen seien auf dem Weg zum Brandgebiet beziehungsweise bereits eingetroffen.
Eine Stunde später teilte die Kreisverwaltung mit, dass der Brand noch immer außer Kontrolle ist. Im Laufe des Tages und Abends hatte sich die Fläche auf rund 800 Hektar vergrößert. Während des Einsatzes hätten sich sieben Einsatzkräfte verletzt. Sechs von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht, so der Kreis.

Dorfbewohner geschockt von schneller Ausbreitung der Flammen

Kurz bevor abends vor Ort die Anordnung verkündet wird, Kölsa zu evakuieren, stehen etliche Dorfbewohner fassungslos an der Straße, die nach Kölsa Siedlung führt und beobachten das, was sie „ein Inferno“ nennen. Zwei Frauen sind sichtlich erschüttert. „Was soll ich schon groß sagen, mir geht es schlecht und ich habe Angst“, sagt eine von ihnen. Beide sind den Tränen nahe. Auch ihrer Nachbarin geht es nicht viel besser. „Mir zittern die Glieder und wir wohnen doch gleich hier. Dabei ging es mir am Anfang eigentlich noch gut, aber jetzt?“
Wenige Minuten später ordnet die Polizei die Evakuierung an. Wer nicht anderswo unterkommt, soll sich in Falkenberg am Haus des Gastes einfinden. Dort stehen wenig später Antje Kegel und Frank Stein. Beide sind erstaunlich gefasst. „Was soll man denn machen“, sagen sie, „ja, das ist eine Katastrophe, doch da muss man einen kühlen Kopf bewahren.“ Stein hat von seinem Dachfenster aus gesehen, wie der auffrischende, stark böige Wind, das Feuer am Abend wieder anfachte. „Der Anblick war Wahnsinn. Das war einfach nur eine Feuerwalze“, erinnert er sich. Wann die beiden wieder zurückkönnen, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen.

Cottbus schickt Hilfe nach Elbe-Elster ins Brandgebiet

Eine Tanklöscheinheit der Cottbuser Feuerwehr ist am Montagnachmittag zum Einsatz in das Waldbrandgebiet im Landkreis Elbe-Elster ausgerückt. Sie wurden von der Einsatzleitung angefordert.
Aus Cottbus sind insgesamt 14 Mann mit fünf Löschfahrzeugen auf dem Weg ins Brandgebiet bei Falkenberg. 13 der 14 Einsatzkräfte kommen von Freiwilligen Wehren aus der Stadt.
Darüber hinaus ist auch die Sondereinsatzgruppe (SEG) Flight aus Cottbus zum Waldbrand beordert worden, um per Drohne die Einsatzführung aus der Luft zu unterstützen, heißt es aus der Leitstelle Lausitz.
Weitere Feuerwehr-Fahrzeuge sind aus Potsdam-Mittelmark unterwegs nach Elbe-Elster. Diese Einsatzkräfte hat der Landkreis über das Innenministerium Brandenburg angefordert.
Den bislang größten Waldbrand des Jahres in Elbe-Elster und Brandenburg hatte es Ende Juni an der Grenze zu Sachsen in der Gohrischheide gegeben - rund 20 Kilometer entfernt. Der Brand hatte sich in Richtung des brandenburgischen Mühlberg (Elbe-Elster) ausgeweitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen. Die Ortslagen Kröbeln und Kosilenzien der Stadt Bad Liebenwerda mussten zwischenzeitlich evakuiert werden.

Schweinemast in Kölsa und Photovoltaik-Anlage in Lönnewitz in Flammen

Wer sich nicht eigenständig organisieren kann oder keine Möglichkeit sieht, bei Familienangehörigen oder Bekannten unterzukommen, sollte sich bitte in Rehfeld zur Bushaltestelle in der Ortsmitte begeben. Treffpunkt in Kölsa ist die Bushaltestelle an der Kirche. Von dort werden Sammeltransporte zur Unterbringung im Haus des Gastes in Falkenberg/Elster organisiert.
Kurz nach 20 Uhr berichten Anwohner, dass eine Ferkelaufzucht-Anlage am Ortsrand von Kölsa in Flammen steht. Wie der Kreis bestätigt sind zahlreiche Tiere verendet. Wenige Minuten später erreicht LR.de von einem Anwohner diese Information: „Jetzt brennen auch die Photovoltaik-Anlagen in Lönnewitz.“
Kurz nach 21 Uhr veröffentlicht die Feuerwehr der Stadt Falkenberg auf Facebook diesen beängstigenden Post: „Katastrophe. Hier brennt alles. Hunderte Einsatzkräfte vor Ort. Lage völlig außer Kontrolle.“

Rehfeld und Kölsa müssen am Abend evakuiert werden

Am Abend wird es Gewissheit: Rehfeld und Kölsa einschließlich Kölsa-Siedlung müssen evakuiert werden. Das Feuer breitet sich weiter dynamisch aus. Es ist inzwischen bis auf 150 Meter an die Ortslage Rehfeld herangerückt. Es bewegt sich auch auf Kölsa zu und ist bis auf 400 Meter an dem Ort dran.
Der Leiter des Verwaltungsstabes, Dirk Gebhard, hat deshalb vorsorglich eine Evakuierung der dortigen Einwohner (rund 400 Menschen) angeordnet. Diese wird aktuell durch die Polizei vor Ort begleitet. Busse stünden bereit, informiert die Kreisverwaltung. Bürger könnten sich unter der Telefonnummer 03535 46 4004 informieren.

Großaufgebot an Feuerwehren kämpft gegen die Flammen

Mit 30 Fahrzeugen und über 200 Einsatzkräften vor Ort, gelingt es so schnell nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Weitere Kräfte müssen alarmiert werden und anrücken.
Auch der erste Versuch, die Ausbreitung durch eine Riegelstellung zu vermindern, war nicht von Erfolg gekrönt. Anwohner werden gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
Nach 17 Uhr verschlechtert sich die Lage. Laut Falkenbergs Stadtbrandmeister Sören Diecke ist das Feuer nach wie vor nicht unter Kontrolle. Eine Evakuierung der Orte Kölsa und Rehfeld mit rund 700 Einwohnern wird in Erwägung gezogen, da sich der Brand in Richtung der Ortschaften bewegt.