Von Lehnin über Bad Wilsnack im Norden bis an die sächsische Grenze im Süden: Die Waldbrandgefahr in Brandenburg bleibt mit extremer Trockenheit, hohen Temperaturen und ausbleibendem Niederschlag hoch. „Ein Funke genügt“, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel. Außer im Kreis Oberhavel mit Stufe 4 galt am Dienstag (19. Juli) nach Angaben des Umweltministeriums in allen Landkreisen die höchste Gefahrenstufe 5.
Innerhalb eines Tages loderten zwölf Feuer auf Waldflächen, Feldbrände seien da noch nicht einmal mit eingerechnet, erläuterte Engel. Damit stieg die Zahl der Waldbrände in Brandenburg seit Beginn der Saison auf 348. In der Waldbrandzentrale gebe es immer wieder neue Alarmierungen über kleinere Brände - mal im Stundentakt und mal innerhalb weniger Minuten, schilderte der Waldbrandschutzbeauftragte. Engel ging davon aus, dass am Mittwoch landesweit überall die höchste Waldbrandgefahrenstufe ausgerufen wird.
Die Stufen werden unter anderem anhand von Niederschlag, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Temperatur berechnet. Die Waldbrandsaison hat Engel zufolge 214 Tage. Davon gelte durchschnittlich an zehn bis 20 Tagen die höchste Gefahrenstufe 5. Zwei Waldbrandzentralen in Brandenburg überwachen das Geschehen ab Gefahrenstufe 3. Neben Zossen gibt es noch den Standort Eberswalde im Kreis Barnim.

Optische Sensoren dienen in Brandenburg als Frühwarnsystem

105 optische Sensoren auf ehemaligen Feuerwachtürmen, Aussichtstürmen und Mobilfunkmasten reagieren als Frühwarnsystem „Fire Watch“ auf beginnende Feuer. Allein 53 von ihnen sind im Süden installiert und über Richtfunk miteinander verbunden. Alle sechs Minuten scannen sie 360 Grad für Panoramabilder ab.
Am Dienstag lagen die Temperaturen bei Höchstwerten zwischen 31 und 37 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Am Mittwoch wird laut DWD dann der vorläufige Höhepunkt der Hitze erreicht, bei dem auch die 40-Grad-Marke geknackt werden kann.

Eberswalde