Große Videospielplattformen und soziale Netzwerke werden in Brandenburg immer häufiger von Rechtsextremen genutzt, um mit jungen Menschen Kontakt aufzunehmen.
Davor warnt der brandenburgische Verfassungsschutz, der die Techniken und Vorgehensweisen von Rechtsextremisten analysiert, mit denen sie auf großen Videospielplattformen sowie konspirativ ausgerichteten Netzwerken jungen Nachwuchs ins Visier nehmen.
Mit dem Bericht des Verfassungsschutzes soll über wichtige Themenfelder des so genannten Cyberextremismus informiert werden, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit.  Offiziell wird der Verfassungsschutzbericht 2019 erst in der kommenden Woche von Innenminister Michael Stübgen (CDU) vorgestellt. Das Kapitel „Games, Podcasts und Social Media: Online-Rekrutierungsstrategien von Rechtsextremisten“ informiert jedoch bereits vorab über die Gefahren, die von Videospielplattformen und sozialen Netzwerken ausgeht.

Rechtsextremisten unterwandern Internetseiten

„Mit der kontinuierlichen Etablierung neuer Internetangebote versucht die rechtsextremistische Szene insbesondere junge Menschen anzusprechen und für ihre verfassungsfeindlichen Inhalte zu gewinnen“, heißt es in dem Bericht. Es sei ganz klar die Strategie erkennbar, mit der die Grenzen zwischen demokratischen und extremistischen Strukturen aufgelöst werden sollen. Unpolitische Internetseiten würden von Rechtsextremisten unterwandert, um so neue Mitglieder an die Szene heranzuführen. Social-Media-Anbieter wie Facebook, Instagram und Twitter seien zunehmend sensibilisiert und sperrten Accounts, die verfassungsfeindliche, antisemitische oder gewaltverherrlichende Inhalte verbreiteten. Als Beispiel nennt der Bericht Accounts von der „Identitären Bewegung Berlin-Brandenburg“.

Eltern und Lehrer sollen aufmerksam sein

Den Jugendschutz haben die Verfassungsschützer ganz besonders im Blick. Um einer möglichen Radikalisierung vorzubeugen, sei es wichtig, dass insbesondere Eltern, aber ebenso Freunde und Lehrer aufmerksam sind und reagieren, wenn junge Menschen die genannten Alternativplattformen nutzen. In Brandenburg bieten das „Tolerante Brandenburg“, das „Institut für Gemeinwesenberatung“ sowie die „Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie“ kompetente Hilfe in der Extremismusprävention an.
Lesen Sie auch den Kommentar unserer Autorin zu den Gefahren von Videospielen.