Erstlings Vereinskollege Joachim Olbrecht erzählt, dass es insbesondere bei der Wildschweinjagd mittlerweile regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Waschbären und Jagdhunden kommt. Zum Beispiel in Schilfgürteln, die von den Hunden nach Schweinen durchsucht werden, aber zugleich für die Kleinbären bevorzugte Reviere darstellen. Es klingt brutal, wenn Olbrecht einen möglichen Angriff auf einen Jagdhund beschreibt: "Die Waschbären agieren in der Gruppe. Während mehrere Tiere den Hund durch Bisse in die Flanken ablenken, springt ein weiteres Tier auf den Rücken und tötet den Hund durch gezielte Nacken- oder Kehlbisse." Jagdhunde müssen lange ausgebildet werden. Umso schwerer wiegt für Olbrecht der Verlust eines solchen Tieres.
"Uns wurden allein im vergangenen Jahr vier von Waschbären getötete Jagdhunde gemeldet", berichtet der Experte weiter. "Über schwere Verletzungen, die häufiger vorkommen, führen wir erst gar keine Statistik." Eine Lösung des Problems sieht Olbrecht allein in der konsequenten Bejagung der Waschbären. Deshalb müssten die Tiere auch in Gewässernähe in Naturschutzgebieten mithilfe von Lebendfallen gefangen werden dürfen. Dort können sie sich häufig unbehelligt von Jägern verbreiten, weil mitunter Jagdbeschränkungen gelten.
Eine Abkehr von derlei Beschränkungen lehnt das Umweltministerium ab. Zwar befürworte man die konsequente Bejagung des Waschbären, sagt ein Sprecher. Die Beschränkungen in Schutzgebieten seien aber so marginal, dass sie die Bejagung nicht wesentlich behindern würden. Zugleich sei das teilweise Verbot von Lebendfallen in Gewässernähe zum Schutz des Fischotters nötig.