Mit der Eroberung des Rathausschlüssels in Brandenburgs Narren-Hochburg Cottbus hatten Hunderte Jecken im vergangenen Jahr den Beginn des Karnevals gestartet - in diesem Jahr findet der Auftakt wegen der Corona-Beschränkungen überwiegend online statt.
Zahlreiche Vereine werden ihre Auftritte in diesem November über die sozialen Medien laufen lassen oder „ganz kleine“ individuelle Ideen umsetzen, sagte Matthias Schulze, Präsident des Karneval Verbandes Lausitz 1990 der Deutschen Presse-Agentur.

Eine „traurige Geschichte“ für den Karnevalsverein

Auch das Rathaus werde am 11.11. nicht wie sonst gestürmt. „Es ist momentan schon eine traurige Geschichte“, stellte Schulze fest. Die Vereine arbeiteten auf ein Ziel hin und bräuchten Anreize, die sie nun nicht hätten. Zudem könnten derzeit weder die Garden noch das Männerballett wegen des Teil-Lockdowns trainieren.
Die Stadt Cottbus bedauerte, dass der Karneval nicht in gewohnter Form stattfinden kann. „Es ist überaus bedauerlich, weil wir wissen, was die Cottbuser an diesen traditionellen Veranstaltungen haben“, sagte Sprecher Jan Gloßmann. Er appellierte an die Bürger, vernünftig zu sein und die Corona- Bestimmungen einzuhalten, damit der Karneval im nächsten Jahr wieder stattfinden könne.
Den bekannten „Zug der fröhlichen Leute“ durch Cottbus einen Tag vor Rosenmontag sieht Schulze mittlerweile - entgegen früherer Einschätzungen vom August - kritisch. Da gebe es viel Unsicherheit. Partner für die Durchführung der Veranstaltung habe man bislang nicht zu einer Aussage bewegen können, sagte Schulze. Es gehe unter anderem um die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes und die Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen. „Wir als Veranstalter wollen kein Corona-Hot-Spot in Cottbus sein“, betonte er.

Vereine wollen über die kommenden Monate noch beraten

Selbst mit wesentlich weniger Zuschauern entlang des Zuges sei die Gefahr von Ansteckungen groß. Ob sich die Lage in den kommenden Monaten wieder normalisiere, könne niemand wissen. In einer Videokonferenz wollen sich die Karnevalsvereine laut Schulze noch einmal über die kommenden Monate verständigen.
In Brandenburg sind laut Karnevalsverband Berlin-Brandenburg 139 Vereine organisiert. Der „Zug der fröhlichen Leute“ in Cottbus mit tausenden Zuschauern gilt als der größte Umzug in Ostdeutschland.
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