Der Wintereinbruch mit Schnee und Frost bereitet den Landwirten derzeit keine großen Sorgen - er lässt sie mehr oder weniger kalt.
„Schnee mit den niedrigen Temperaturen ist sehr wichtig: Er schützt Pflanzen vor dem Austrocknen und weniger vor Kälte“, sagte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes, auf Anfrage. „Wir freuen uns jetzt auf den Schnee“, sagte er. Die weiße Pracht liefere, wenn sie taue, eine wichtige Wasserreserve auf den Feldern.

Mehr Arbeit für die Landwirte in der Tierhaltung

Es gebe aber noch eine andere Seite der Medaille: In der Tierhaltung bedeuteten Kälte und Frost mehr Arbeit für die Landwirte, sagte Wendorff. Es müsse nicht nur Schnee auf Wegen geräumt werden, auch die Versorgung der Rinder auf den Außenbereichen mit Wasser und Futter sei anstrengender. „Die Weidetiere benötigen jetzt viel Futter, um sich eine Energiereserve zuzulegen“, sagte er.
„Bis 10 Grad minus ist alles kein Problem, ab 10 Grad minus wird es anstrengender, ab 15 Grad minus muss man schon mehr Aufwand betreiben“, sagte Wendorff. Das Futter müsse trocken gelagert und vor Schnee geschützt werden. Auch die Leitungen zur Wasserversorgung benötigten extra Schutz vor dem Frost.

Rinder durch dickes Fell geschützt

Rindern könnten bei Minusgraden auf ihr dickes Fell vertrauen. Sie lieben sogar trockene Kälte, sagte Wendorff. „Aber sie müssen sich anfangs an die hohe Lichtintensität durch Schnee und starken Sonnenschein gewöhnen“, sagte er. Im ersten Moment seien sie sichtlich irritiert, wenn es draußen so hell sei. Das gebe sich aber nach einiger Zeit.
Der Schnee isoliere auch den Boden, sagte Wendorff, der einen Agrarbetrieb führt. Die Pflanzen vertrockneten nicht unter der zentimeterdicker Schicht und könnten in die Winterstarre gehen. Kraft für den Frühling werde gesammelt. In den Feldern ruhten jetzt das Wintergetreide und der Raps. „Aber auch Mäuse und andere Schadnager haben in der warmen Erde jetzt prächtige Überlebenschancen. Das muss man jetzt weiter beobachten“, sagte Wendorff.