Der stellvertretende Leiter dieses Nationalparks ärgerte sich seinerzeit besonders darüber, dass er seinen Bekannten in Brandenburg nicht eine Art Vorwarnung gegeben hatte. Dies um so mehr, da Skudynowski wenige Tage vor dem Abschuss eine Radtour in Polen im Rahmen der „Tour de MOZ“ mit Lesern unserer Zeitung geleitet hatte.
„Das passiert mir nicht noch einmal“, muss sich der 61-Jährige am Montag wohl gedacht haben, als er gleich am Morgen in der Redaktion anrief. „Seit wenigen Tagen lebt bei uns ein Elch!“, verkündete er sehr stolz. Und fügte im gleichen Atemzug mit einem Lächeln in der Stimme hinzu: „Elche sind ja gute Schwimmer. Und falls er auch zu euch kommt, möchte ich bitten: Schießt ihn diesmal bitte nicht ab.“ Obwohl er das Tier bisher nur mit seinem Fernglas beobachtet hat, ist sich Skudynowski sicher, dass es sich um eine Elchkuh handelt.
Der Angsteffekt dürfte hierzulande – falls die Kuh tatsächlich durch die Oder schwimmen sollte – freilich nicht so hoch sein wie bei dem Wisentbullen im September. Schließlich sind ja auch in Brandenburg in den vergangenen Jahren immer wieder mal Elche aufgetaucht. Zuletzt am 22. September  mitten in Templin (Uckermark).
Experten vermuten, dass derzeit fünf Elche durch Brandenburg streifen, es könnten aber auch erst drei oder schon neun sein. Auch diese dürften mit großer Wahrscheinlichkeit aus Polen oder Tschechien zu uns gekommen sein. Denn dort leben mehrere Hundert  der hungrigen Pflanzenfresser, die in Ost- und Nordeuropa zu Hause sind.