Die Forscher aus Stuttgart haben die Programme der wahlkämpfenden Parteien in beiden Bundesländern untersucht und kommen zu dem Ergebnis, dass mit überlangen Sätzen, Fachbegriffen und Fremdwörtern gearbeitet wird. Professor Frank Brettschneider sprach von einem enttäuschenden Ergebnis. Alle Parteien schreiben sich Transparenz und Bürgernähe auf die Fahnen und schließen mit schwer verdaulichen Wahlprogrammen einen erheblichen Teil der Wählerinnen und Wähler aus, so der Wissenschaftler.
AfD am unverständlichsten
Am besten schnitt noch die brandenburgische SPD ab. Sie erzielte auf einer 20-Punkte-Skala zwischen leicht und schwer verständlich einen Wert von 10 Punkten. Am Ende rangiert jeweils die AfD, die 7,1 (Brandenburg) beziehungsweise 6,4 (Sachsen) Punkte erreichte. Zum Vergleich: Nur leicht verständlicher drücken sich die Grünen in ihrem Wahlprogramm aus - mit einem Wert von 7,3 in Brandenburg und einem Wert von 7,1 in Sachsen quittiert das Die Studie. 
Als Beleg für die Schwerverständlichkeit nennt die Studie Begriffe wie "Build-Operate-Transfer" (im Programm der sächsischen FDP), Multimorbidität (Linke Brandenburg), Prädatoren-Managementplan (SPD-Brandenburg) und Physician Assistent (CDU Sachsen). Die Grünen in Sachsen haben einen Satz mit 83 Worten in ihr Wahlprogramm geschrieben. Ein Rekord im Vergleich mit den anderen Parteien.
Nur Doktorarbeiten sind noch schwerer zu verstehen
Die Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim haben bereits mehr als 700 Landtags- Bundestags- und Europawahlprogramme analysiert. Zum Vergleich: Doktorarbeiten in Politikwissenschaften haben eine durchschnittliche Verständlichkeit von 4,3 Punkten; Hörfunknachrichten kommen durchschnittlich auf 16,4.