Die Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny sollte aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nicht zu einem Stopp der umstrittenen Erdgas-Leitung Nord Stream 2 führen.
Zwar verurteile er aufs Schärfste, was in Russland vor sich gehe, sagte Woidke dem „Handelsblatt“. „Gleichzeitig dürfen wir uns aber nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen.“ Das Projekt sei für die Energieversorgung in Deutschland und Europa wichtig, da in Zukunft mehr Strom und eine sichere Wärmeversorgung gebraucht werde. Dass verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA eine Alternative sei, bezweifelte Woidke aus Klima- und Umweltschutzgründen.

Sanktionen gegen Russland

Die Vergiftung Nawalnys hat die Debatte um zusätzliche Sanktionen gegen Russland aufs Neue entfacht. Besonders die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland steht dabei im Fokus.
Trotz der internationalen Empörung über den Fall reagierte die EU zunächst zurückhaltend auf Forderungen nach schnellen Sanktionen: Solange man die Verantwortlichen nicht benennen könne, sei es schwierig, über Strafmaßnahmen zu sprechen, sagte der Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Donnerstag.