Unmittelbar nach der Sichtung hatte er vor Ort nach Spuren gesucht. Dabei fand er die Reste eines toten Wildschweins. Die Schnauze des Kadavers sei frisch angefressen gewesen, berichtet der Naturparkchef. "Das würde erklären, warum der mögliche Wolf nicht gleich weggerannt ist. Er wollte sein Futter nicht zurücklassen", sagt er. Treichel fand auch Pfotenabdrücke - eine frische Spur und eine, die mindestens zwei Tage alt ist. "Das hieße, das Tier treibt sich schon länger hier herum." Allerdings seien die Abdrücke mit neun Zentimetern Länge fast zu klein für einen Wolf. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Auch sei das Gelände eigentlich zu offen, als dass sich ein Wolf wohl fühlen würde, urteilt Treichel. Andererseits seien die Tiere äußerst anpassungsfähig und in der Lage, in einer Kulturlandschaft zu überleben.
Schon vor drei Jahren hatte Treichel zwischen Schöneberg und Criewen Wolfsspuren identifiziert. Seit den 90ern schwimmen die Tiere aus dem Zehdener Landschaftspark über die Oder, bleiben jedoch nicht. "Der Park ist zu klein", sagt Treichel. Wenn sich aber ein Rudel in der Schorfheide bildet, sei mit einem regelmäßigen Austausch zu rechnen.