Nur 38 Prozent der Lehrkräfte wussten von offen lesbischen, schwulen oder bisexuellen Schüler*innen an ihrer Schule. Die Studie der Humboldt-Universität hat damit kein überraschendes Ergebnis hervorgebracht, doch sie dokumentiert ein großes Defizit. Begriffe wie "schwul", "Lesbe" oder "Transe" werden in unserem Alltag und besonders auf Schulhöfen noch immer als Schimpfworte gebraucht. Es ist verständlich, dass Jugendliche deshalb oft nicht den Mut aufbringen, sich zu ihrer sexuellen Orientierung zu bekennen.
Regenbogenfahnen und ein Aktionsplan sind wichtig und richtig. Aber konkrete Maßnahmen sind noch wichtiger. Das beginnt bei Fortbildungen für Lehrer, um Vorurteile und Ausgrenzung bereits im Kindesalter gar nicht erst aufkommen zu lassen. Besonders in der Peripherie müssen Treffpunkte, Gruppen und Vereine gefördert werden, die im Alltag Orientierung und Halt für Queer-Lebende sind. Sonst wandern sie in die Großstädte ab. Brandenburg wäre damit allerdings  um einige Farben ärmer.