Das haben sie auf ihrem Parteitag am Wochenende mit ihrem klaren Votum für den Koalitionsvertrag unter Beweis gestellt. Gleichzeitig wurde der inzwischen 13. Landesvorsitzende seit der Wende gewählt – Michael Stübgen. Die Zahl sagt etwas über die Stabilität der Partei aus. Rund ein Drittel der Delegierten wollten mit ihrem Stimmverhalten Stübgen signalisieren, dass er nur ein weiterer Übergangsvorsitzender sein werde. Allerdings ist es ihm und seiner Mannschaft gelungen, die Versuche, das Parteipräsidium und den Vorstand mit Kritikern des aktuellen Kurses zu besetzen, zu verhindern. Damit kann der neue Parteichef sich als verlässlicher Partner in der neuen Koalition profilieren. Vorausgesetzt, es gibt keine Querschläge, die am kommenden Mittwoch die Wahl des Regierungschefs verhindern.
Aber Stübgen muss mehr liefern. Der Versuch, die Wahlschlappe vom September mit einem mageren Papier, das den Delegierten auf den Tisch gelegt wurde, ohne Debatte unter den Tisch zu kehren, musste provozieren. Und die Frage, wie die CDU das nächste Mal endlich stärkste Partei werden will, wird schon bald mit Vehemenz neu gestellt werden.