Was ist schlimmer für Minister Vogelsänger – dass die einflussreichen Verbände sein Haus wegen mangelnder Kooperation und fachlicher Mängel kritisieren oder dass sie den Chef des gescholtenen Hauses in Schutz nehmen? Letzteres ist für einen Politiker wohl die größte Demütigung. Denn es heißt: der Chef der Verwaltung gibt sich Mühe, aber seine Mitarbeiter tanzen ihm auf der Nase herum.
Wenn das nur die Jäger oder die Angler so sehen würden, fände das in Potsdam kaum Gehör. Aber der Zusammenschluss der wichtigsten Landnutzerverbände vor einigen Jahren gibt ihnen ein ganz anderes Gewicht. Und sie sind sich dessen bewusst.
Sie drohen, sich in den Landtagswahlkampf einzumischen. Bei der SPD, die immer auf ihre Verankerung im ländlichen Raum setzte, müssten alle Warnsignale angehen. Aber um gegenzusteuern ist ein Minister mit Durchsetzungskraft nötig. Die Lobbyisten, die sich jetzt Gehör verschafften, scheinen nicht mehr an den Amtsinhaber zu glauben.