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Bahnchef verdient trotz Gewinnsprungs weniger

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dapd / 25.03.2012, 13:02 Uhr
Frankfurt/Berlin (dapd) Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr ihren operativen Gewinn deutlich gesteigert. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente der Konzern 2,31 Milliarden Euro und damit 24 Prozent mehr als 2010, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Wochenende unter Berufung auf Informationen aus dem Aufsichtsrat berichtete.

Der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube solle dennoch mit 2,45 Millionen Euro eine halbe Million weniger bekommen als im Vorjahr, meldete die "Bild am Sonntag" ebenfalls unter Hinweis auf den Aufsichtsrat. Laut "FAZ" hat die Bahn ihre eigene Planung für den operativen Gewinn im vergangenen Jahr nur knapp verpasst.

Die Zielvorgabe des Vorstands habe bei 2,38 Milliarden Euro gelegen. Trotz der guten Entwicklung liege der Konzern damit aber immer noch unter Vorkrisen-Niveau. Dagegen habe der Umsatz mit 37,9 Milliarden Euro einen neuen Rekord markiert. Am Donnerstag (29.3.) will die Bahn ihre Geschäftszahlen für 2011 in Berlin vorlegen.

Zu dem Ergebnissprung hätten fast alle Sparten beigetragen, hieß es in dem Bericht. Logistik, Nah- und Fernverkehr sowie das Schienennetz hätten den Ertrag gesteigert. Lediglich der Schienengüterverkehr zeige Schwächen. "Die Güterbahn bringt noch nicht das, was wir erwarten", zitierte die Zeitung aus Bahnkreisen.

So sei DB Schenker Rail trotz guter Auftragslage und Transportmengen auf Vorkrisenniveau bei schrumpfenden Margen auf 32 Millionen Euro Betriebsgewinn gekommen. Im Vorjahr waren es 12 Millionen gewesen. Probleme bereiteten der Güterbahn dem Bericht zufolge vor allem die hohen Fixkosten.

So seien die Strompreise hier seit 2007, dem Jahr vor der Krise, um 23 Prozent gestiegen. Trassen kosteten inzwischen 11 Prozent, Personal 18 Prozent mehr. Daraus habe sich allein 2011 eine Mehrbelastung von 200 Millionen Euro ergeben.

Grube hatte zuletzt Forderungen der EU zur Trennung von Netz und Betrieb scharf kritisiert. Er räumte zwar ein, dass eine starke Regulierung nötig sei, erklärte aber zugleich: "Ich weiß überhaupt nicht, wieso sich Brüssel das Recht herausnimmt zu meinen, dass aufgesplittete Bahnunternehmen erfolgreicher seien.

Das Gegenteil ist der Fall", sagte der Bahnchef am Freitag der Nachrichtenagentur dapd. Einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Konzern mit seinem Netz 2011 einen Gewinn von rund 331 Millionen Euro gemacht habe, wollte Grube nicht kommentieren. Die "FAZ" berichtete, dass das Ebit der Infrastruktursparte aus Netz und Bahnhöfen von 818 auf 941 Millionen Euro gestiegen sei.

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