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First Solar schließt deutsche Werke

Hajo Zenker / 17.04.2012, 12:59 Uhr - Aktualisiert 18.04.2012, 00:06
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der US-Solarkonzern First Solar schließt bis Ende Oktober seine beiden Werke in Frankfurt (Oder). Damit fallen 1200 Arbeitsplätze weg. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Grund für das Aus sei die „drastisch veränderteMarktsituation in Europa“. Zudem wolle man Kosten senken.

„Der europäische Solarmarkt ist zum jetzigen Zeitpunkt ohne Förderung größtenteils wirtschaftlich nicht   überlebensfähig“, erklärte Christopher Burghardt, Geschäftsführer der First Solar GmbH. Von gut 1400 Arbeitsplätzen in Europa bleiben nach Angaben des Pressesprechers Brandon Mitchener lediglich 25 übrig.

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Arbeitnehmervertreter und Politiker in Brandenburg zeigten sich schockiert. Ministerpräsident Matthias Platzeck bezeichnete den Rückzug als „dramatische Entscheidung“ für das Land und die Stadt Frankfurt (Oder). Die Landesregierung sei davon überrascht worden.

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Heute gebe es ein Gespräch mit First-Solar-Konzernchef Michael Ahearn und Frankfurts Oberbürgermeister Martin Wilke. Wilke selbst bezeichnete den Rückzug als „harten Schlag“. Für Detlef Baer, Regionsgeschäftsführer des DGB, handelt es sich um „eine Katastrophe“.

Für Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) „ist Frankfurt wieder da, wo es vor zehn Jahren gewesen ist“. An First Solar seien seit 2006 rund 25 Millionen Euro Förderung geflossen. Nun müsse geprüft werden, was davon zurückgefordert werden könne. First Solar selbst kündigte an, 30 Millionen Dollar (etwa 22,8 Millionen Euro)an Brandenburger Fördermitteln zurückzuzahlen.

Weiterhin hat der US-Konzern 50 bis 70 Millionen Dollar für Abfindungen eingeplant, um den Abbau „möglichst sozialverträglich zu gestalten“ – diese Gelder gelten weltweit, denn auch in Malaysia und den USA werden Stellen gestrichen. Insgesamt fallen 2000 Jobs weg – 30 Prozent aller Arbeitsplätze.

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Segel Setzen 17.04.2012 - 21:06:50

Nachtrag zur BrandenburgerInvestitionsWüste

Zitat (MOZ): "First Solar dagegen sprach von 67 Millionen Euro staatlicher Investitionsförderung, die man erhalten habe. 45 Millionen Euro dürfe man behalten, weil man den Standort erst nach dem Sommer schließe. Dann laufe die fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für Werk I ab. Zurückgezahlt würden dagegen die gut 22 Millionen Euro Fördergeld für das Werk II." Zitat ENDE Genau das ist der falsche Weg. Eine Arbeitsplatzgarantie? Zu welchem Preis? Das negative Modell gab es in Ostdeutschland nun schon oft genug. Auch die 45 Millionen sind zurückzuzahlen. Die s.g. Beihilfen sind eine Eimischung in die freie Wirtschift gewesen. Ein Ausnahmetatbestand ist nicht gegeben, da das Produkt beim Endkunden bereits subventioniert ist. Das Unternehmen hat sich um 45 Millionen auf Steuerkosten neben neuen KnowHow bereichert und hat volkswirtschaftliche Schäden hinterlassen, die auch noch abzugelten sind. Ganz dringend ist eine Notwendigkeit gegeben jegliche Lobbyisten von der Politik (für die Bürgerin/den Bürger) komplett auszuschließen. Angefangen bei der Mineralölindustrie bis hin zu den Automobilherstellern. Das Wasserauto war schon längst erfunden. Das EU-Recht hat klare Vorgaben, die nicht eingehalten werden.

Marco Habeck 17.04.2012 - 20:36:12

noch was zum Aufregen

67 Millionen Steuergeld sind geflossen. Wenn man bis Oktober durchhält muss für die erste Fabrik kein Fördergeld zurückgezahlt werden. Da zahlt man doch gerne die Löhne freiwillig weiter. Schauderhaft Herr Platzeck RBB gerade so herum stotterte. Es wäre Zeit das einige Verantwortlich Ihren Hut nehmen.

dummer Bürger 17.04.2012 - 19:56:51

@Marco Habeck

Warum regen Sie sich denn so auf? Das es mit der "energiewende" nichts wird und werden kann, hat doch jeder vernünftig denkende mensch inzwischen längst begriffen. Da stehen nun eben paar windmülen rum und diese und jene landschaft wird statt mit Rüben mit solamodulen bepflanzt. die halten ja auch länger. Nun gut, damit gibt es ein paar arbeitslose mehr. Aber die regierung hat doch längst ihre arbeitslosenzahlen so korrigiert, dass man die paar tausend arbeitslose damit "auffangen" kann. Es ist doch alles nur ein zahlenspiel. Mit poker allerdings nicht vergleichbar, weil es zeitversetzte zahlen sind. Die kannte man, und hat deswegen vorher die entsprechenden zahlen schon mal so korrigiert, dass diese dann rein passen. Kaufen Sie sich ein paar Beruhigungspillen. Ändern können auch Sie nichts daran. Eine Frage: Warum hat kein Bürger Zutrittsrecht zu Regierungsgebäuden? Antwort: Es ist ein geschlossene psychiadrische Einrichtung. Da darf nicht jeder rein. Und nur Pfleger haben das Recht die Türen zu öffnen......aber nur zum Ausgang. Anscheinend hatte die Regierung die letzten Wochen zu viel Ausgang und vielleicht hat man denen auch erlaubt auf das Internet zu zu greifen.

Marco Habeck 17.04.2012 - 19:24:53

es ist eben ein Kreislauf

Ich würde jetzt mal eine Vermutung aufstellen. Das dies von den großen Energieriesen und dieser Regierung geplant war. Erst den Sack auf pusten und dann Ihn mit einen lauten Knall platzen zu lassen. Nur leider Platze der Sack zu früh nicht nach der Wahl. Das Energiewende nur ein hohles Wort ist müsste jeden klar sein. Energiewende fängt bei den Verbrauchern an. Die die viel Strom verbrauchen haben sich dabei gekonnt aus der Affäre gezogen. Dank schwarz Gelber Regierung war das möglich. Wenn wir es wollen müssen wir weniger Energie verbrauchen. Will das einer ? Nö Energie muss eben verbraucht und Verkauft werden. Kein Politiker hat es geschafft den ganz normalen Unsinn der Gesellschaft in Frage zu stellen. Verschiedene Lobbygruppen wurden bedient aber die Frage wie wir weiter mit dieser Verschwendung leben wollen beantwortet keiner. Da helfen auch die Windmühlen oder Solarflächen nicht weiter. Schon gar nicht wenn man die Nachfrage künstlich erzeugt. Der Anreiz in dieser Technologie zu investieren war rein um Kasse zu machen. Nicht etwa das Energie Problem zu lösen. Viele haben die Marktwirtschaft noch nicht verstanden offenbar. Die Nachfrage macht das Angebot. Wer billige Module nachfragt irrend wo auf der Welt wird diese Nachfrage schon bedient werden. Die Einspeisevergütung lieferte das Argument möglichst billige Module zu erwerben. Damit die Rendite möglichst groß ist und die Anleger befriedigt werden. Dieser ganze Markt ist er ein riesiges Ersatzgeschäft der Finanzindustrie. Mit garantierter Rendite. Sie brauchen sich nicht darüber aufregen wer immer das billigste möchte. Irrend wo wird es schon herkommen. Wenn sie die Chinesen bestrafen möchten kaufen sie doch den Plunder nicht im Supermarkt oder Baumarkt,Kik und co. Produkte aus Europa sind Ihnen zu teuer? Dann beschwert euch nicht. Soll ja alles möglichste billig sein nicht? Das auf kosten andere Menschen und deren Umwelt.

Segel Setzten 17.04.2012 - 19:19:07

Die Brandenburger SubventionsWüste

EINLEITUNG "Deswegen enthält Artikel 107 AEUV ein grundsätzliches Verbot von Subventionen (im Sprachgebrauch der Europäischen Union: Beihilfen), das jedoch durch eine Reihe von "Ausnahmetatbeständen" durchbrochen wird (Europäisches Beihilfenrecht). Gewährt ein Mitgliedstaat Subventionen, die diesem Verbot zuwiderlaufen, kann die Europäische Kommission die Subventionsvergabe für unionsrechtswidrig erklären und einen Beschluss fassen, nach dem der Mitgliedstaat die Subventionen zurückverlangen muss." Milliarden wurden durch die ?Förder?Politik bereits an Steuerngeldern in Brandenburg verbrannt. Was brachte uns Frankfurter denn diese Förderpolitik? Unternehmen kahmen, versprachen und verschwanden. Was passierte mit den Menschen? Man gab Ihnen Hoffnung, bildete sie aud Steuerkosten aus, beutete die Arbeitskraft aus und lies sie fallen. Kaum ein gesundes Unternehmen wurde in die Region akquiriert. Eher nur Arbeitsplätze für Billiglöhner über verschiedenste Subventionen geschaffen. Auch die zig CallCenter werden sich auf bestimmte Standorte in Deutschland komprimieren. Aber nicht hier! Was erwartet uns nun neben einer hohen Quote von Arbeitslosigkeit? Brachliegende Gewerbeimmobilien, Bevölkerungsabwanderung, ... Wer fängt diese Mitarbeiter in der wohl unrentablen Branche auf? Was plant die Stadt? Natürlich die Erschließung NEUER Gewerbegebiete Hier läuft wohl so einiges schief .. auch was die Akquiese betrifft. Frankfurt als Standort für Forschung ? Woher kommen die Akademiker? Sicherlich keine Arbeitsplätze für die Bevölkerung der Region. Zum "Forscher" kann man sich nicht einfach mal umschulen lassen. Für eine grüne Umweltpolitik war die Einschränkung der Förderung alternativer Energie natürlich nicht die beste Idee, aber der beste Vorwand für die Investoren sich zurückzuziehen, da diese als "Globalplayer" unfähig sind. Aber auch der Kummunal- und Landes-Politik gehört einer sehr großen Ohrfeige, Welche Solarfelder sind auf euren Dächern und in den Solarparks? "Made in China" Genau so fördern die Steuergeldzuwender die Steuerzahler. Findet man so denn einen Investor? Es gab und gibt nie eine Solarstadt Frankfurt (Oder). Wir sind die Stadt der Billiglöhner und für die qualifizierten Arbeitskräfte aus Berlin und Umland der Pendlerort. Dann haben wir nun bald die größten GroßraumCallCenter der Welt, wenn die Solarhersteller die Maschinen verschifft haben. (kleiner Schmerz am Rande) Zum Thema Abriss: Frankfurt wird nun wieder viel mehr " kommunal angemessenen Wohnraum" brauchen. Denn nun fallen die Gehälter aus den 12-Stunden-Schichten + Zulagen bald weg. Nun wir das InvestorCenter mal zeigen müssen, ob es den Namen verdient hat und auch unsere Kommunal- und Landespolitik. Wo sind denn die Kontakte zu euren Lobbyisten, die bisher jeden Cent Fördermittel nahmen, abschöpften und verschwanden? Sucht gesunde Unternehmen, die der Marktwirtschaft stand halten und nicht über Förderung x kalkulieren. Mit dieser Politik habt ihr euch in den freien Markt eingemischt UND DAS IST VERBOTEN

der Holgo 17.04.2012 - 19:17:16

Man hätte in Frankfurt damals wohl lieber auf Luftschiffe setzen sollen

dann bekäme man jetzt auch so ein schickes Tropical-Dingsbums.

Frankfurter 17.04.2012 - 19:11:05

Steuergelder

First Solar hat in Ff/O. in den letzten vier Jahren einen erheblichen Betrag an Gewerbesteuer gezahlt. Schätzung liegt bei 50 Mio. Euro! Alle Investitionen der Stadt in dieses Proekt sind dadurch gewinnbringend refininanziert worden. Jetzt brechen für Ff/O. dunkle Zeiten an! Ein Mitschuld für den aktuellen Stand geht hier deutlich an Merkel und Co.! Chinesische Module werden subventioniert, obwohl diese absichtlich unter Preis prozentieren und so die Konkurrenz vernichten wollen. Ist die europäische Industrie tot, wird die Preisschraube angedreht. Dies gilt nicht nur für Solar! Im Stahlsektor ist das nicht ganz gelungen, hier hatte man die Finanzkraft der europäischen Stahlhersteller unterstützt. Heute werden in China die ersten Stahlwerke geschlossen. Die Solarbranche hat diese Kraft erst gar nicht! Auch wenn es für noch viele ein Hirngespinst ist! Solarenergie wird irgendwann ein wichtiger Baustein für die deutsche Energiegewinnung sein. Neben Modulen müssen wir forschen, wie wir die Energie ohne großen Aufwand speichern können und dann wieder freigeben, wenn wir die Energie brauchen.

abweichler 17.04.2012 - 18:09:03

@DIETER SCHRUBKE

"Es ist mir schleierhaft wenn man Politiker von der Energiewende reden hört aber niemand sich einsetzt für diese wende ! Im Gegenteil man kürzt die Zuschüsse für die Anschaffung solch moderner Technik und damit wird die zarte Pflanze Solarindustrie siehe Frankfurt(Oder) zerstört ! " Sag Sie mal, ist ihr Gehirn nur bei Sonnenschein eingeschalten? Als damals sich die Solarhersteller vorstellten stand ich auch als Arbeitsloser vor der Frage: Bewirbt man sich oder besser nicht? Ich habe damals für mich entschieden "nein". Die Qualifikation hätte ich allemal nachweisen können. Aber genau daran lag es damals, dass ich "nein" sagte zu meiner Bewerbung. Ich hatte damals schon rein privat Berechnungen angestellt, was den Sinn der Solarenergiegewinnung auf unseren Breitengrad betrifft, und darum ging es und geht es bis heute, wenn es um die Bewerbung bei einem derartigen Unternehmen geht. Es stand für mich damals schon fest, das hat bei uns keine Zukunft. Der Aufwand gegenüber dem Nutzen ist ein Vielfaches. Macht in keiner Weise Sinn. Und andere Länder als "Abnehmer" dafür gab es damals nicht und gibt es heute nicht. Es ist nun einfach so, dass außer am Äquator die "Sonnenenergiegewinnung" für Strom, keinen Sinn ergibt. Man muß mehr Energie verbrauchen für die Herstellung der Module, als gewonnen werden kann. Es waren damals und sind es heute, Geschäftsleute, die täglich ihren Gewinn umschaufeln, die dafür werben. Dass die deutsche Regierung anfangs auf diesen Zug aufgesprungen ist, ist einfach ungenügende Info-Tätigkeit der zuständigen Ministerien gewesen und ist es auch noch heute. Wissen Sie, man kann vieles und alles gut reden, aber physikalische Gesetze "verbiegen" hat noch keiner geschafft. Und daran mußte diese Branche einfach scheitern. Tut mir leid für Sie, aber wie schon festgestellt, ich habe damals schon alles nach Sinn und Unsinn sortiert und natürlich auch überrechnet. Damals sagte ich "nein" dazu und sage es heute noch viel bestimmter dazu. Zauberstäbe kommen nur in Märchen vor. Dafür brauchte man aber einen Zauberstab.

Aufgeklärter Bürger 17.04.2012 - 18:01:11

Hier können die 1200 "Lohnsklaven" aus FFO. was von den französischen Arbeitern lernen

Moz. Mittwoch, 07. Oktober 2009, Wirtschaft Seite 5 Erneut Chef als Geisel genommen Orle´ans (AFP) In Frankreich ist erneut ein Firmenchef von Arbeitern als Geisel genommen worden. Mitarbeiter der Spezialkleber-Fabrik Rohm and Hass in Semoy hatten ihren Direktor über Nacht in seinem Büro festgehalten, um wegen der Werkschließung eine hohe Abfindung zu erzwingen. Doch was machen die 1200 "Lohnsklaven" von First Solar? Nicht genug das Sie, für wenig Lohn, sich versklaven ließen, denn wenn sie bis jetzt nicht aufgewacht sind, wann dann? Oder dachten sie, es geht noch 1000 Jahre so weiter? Vergesst bitte nicht und es sollte im Jahre 2012 jedem bewußt sein, wir haben Kapitalismus und dieser ist in seiner Gier nicht zu stoppen. Wenn Ihr es nicht tut, dann tut es keiner und Euch ist dann nicht mehr zu helfen. Über 12 000 Schlecker Mitarbeiter hat auch keinen interessiert, 1200 bei First Solar interessiert jetzt auch keinen und im laufe der Woche kommen irgendwo die Nächsten drann und niemanden interessiert es, usw.usf. Französische Arbeiter machten es Euch vor.

ehemaliger Mitarbeiter 17.04.2012 - 17:50:54

zum Thema

so sind nun mal die Kapitalisten, solange der Rubel rollt, wird kräftig abgesahnt. Wenn der Geldstrom versiegt, geht es woandershin. Da kommen noch dümmere Politiker und rollen den roten Teppich mit Steuergeschenken aus. Aber.. es hat immer Spass gemacht, für First Solar zu arbeiten. Der Zusammmenhalt unter Mitarbeitern, schade drum. Bye, Bye

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