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Strauss Innovation in der Bredouille

 Die angeschlagene Modekette Strauss Innovation will mit einer Sanierung unter einem gerichtlich beantragten Schutzschirm aus der Schieflage kommen.
Die angeschlagene Modekette Strauss Innovation will mit einer Sanierung unter einem gerichtlich beantragten Schutzschirm aus der Schieflage kommen. © Foto: dpa
30.01.2014, 18:19 Uhr
Düsseldorf (DPA) Schlechtes Wetter, fehlende Strategie und: Rabatte, Rabatte, Rabatte. Strauss Innovation steckt tief in der Krise. Nun soll ein Schutzschirm Rettung bringen und den Sanierungskurs beschleunigen.

Das Wetter hat vielen Einzelhändlern im vergangenen Jahr die Geschäfte verhagelt: Erst zu kalt, dann zu warm - und immer passten die Sortimente nicht. Die bekannte Mode- und Lifestyle-Kette Strauss Innovation ist nun zum Opfer dieser Wetterkapriolen geworden. Am Donnerstag beantragte das Unternehmen wegen der kräftigen Geschäftseinbrüche und schmerzhaften Verluste beim Düsseldorfer Amtsgericht ein Schutzschirmverfahren. Ziel des Managements: Das Unternehmen auf diesem Wege wieder auf Kurs zu bringen und dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen. Bei Strauss Innovation droht die Insolvenz und 1400 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs.

Doch die Unbill des Wetters ist nur eine Seite der Medaille. Bei dem über 100 Jahre alten Unternehmen scheinet es seit ein paar Jahren nicht mehr rund zu laufen. Dabei hatte der Einzelhändler, der zuvor mit einem gemischten Programm von Kleidung, Schuhen, Möbeln, Wohntextilien, Süß- und Dekowaren als Mode- und Lifestyle-Kette reüssierte, die Konkurrenten ausgestochen und eine Nische fest besetzt. Doch der Wettbewerb wurde schärfer, neue Anbieter eröffneten Shops mit Bettwäsche, Geschirr, Tischdecken und Accessoires. Und der Kostendruck stieg.

"30 Prozent Rabatt auf alle Produkte für Käufer mit Kundenkarten!" - so umwarb das Unternehmen noch am Donnerstag seine Käuferschichten. Doch die anhaltende Rabattitis, nicht nur bei Strauss Innovation, ist ein Teufelskreis: Strauss habe im vergangenen Jahr mit deutlichen Rabattaktionen auf das herausfordernde Wettbewerbsumfeld reagieren müssen, um das Geschäft von Saison zu Saison zu stützen, beschrieb das Unternehmen die Lage. So gerieten die Preise immer wieder unter Druck - mit den bekannten Auswirkungen auf Erlöse und Gewinn.

Dabei hatte sich das Unternehmen, das seit 2012 dem Finanzinvestor Sun European Partners gehört, 2009 ein umfangreiches Umbauprogramm verordnet. Unrentable Standorte kamen auf den Prüfstand, einige wurden geschlossen. Heute sind es bundesweit noch 96 Filialen - und die Zahl könnte weiter sinken. Die Sortimentsstrategie sollte überarbeitet werden und wieder qualitativ hochwertige und innovative Produkte ins Verkaufsprogramm kommen.

Einen weiteren Schub erhofften sich die Eigentümer von Paula Minowa, die seit gut eineinhalb Jahren an der Spitze von Strauss Innovation steht und die bestehenden Filialen auf Modernisierung trimmte. Nach eigenen Angaben arbeitet die Einzelhandelskette auch an neuen Plänen für das Produktsegment. In Berlin, Leipzig und Bergisch-Gladbach bei Köln sei dies bereits umgesetzt - mit Erfolg, wie Minowa beteuert. Ein neues Store-Konzept soll für mehr Kauflaune sorgen und das verstaubte Image wegpolieren: Vorgesehen ist, den unüberschaubaren "Gemischtwarenladen" in dann klar abgetrennten Produktbereichen zu präsentieren.

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