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Ohne Tabus gegen die Pest

Mathias Hausding
Mathias Hausding © Foto: MOZ/Gerd Markert
Mathias Hausding / 12.01.2018, 19:45 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) In der Krise um die Afrikanische Schweinepest gibt der Deutsche Bauernverband bislang ein schlechtes Bild ab. Es war seit Langem absehbar, dass der Bundesrepublik hier von Osteuropa aus Unheil droht. Präventivmaßnahmen der Bauernschaft unterblieben jedoch weitgehend. Ein Notfallplan wurde nicht erarbeitet.

Nun steht die Seuche vor der Tür, und prompt regieren Populismus und Aktionismus: Die Jäger sollen 70 Prozent der Schweine abschießen, fordert der Bauernverband. Aber das tun die Waidfrauen und -männer bereits jetzt. Von rund 900 000 Tieren, die sich über das Jahr in deutschen Wäldern tummeln, wurden im jüngsten Jagdjahr knapp 600 000 Stück erlegt, also annähernd 70 Prozent.

Der Bauernverband sollte sagen, welchen Beitrag die Landwirte im Kampf gegen die Seuche leisten wollen. Ziel muss es sein, den Wildschweinen das Leben schwer zu machen und den Jägern die Arbeit zu erleichtern, indem etwa Schneisen zwischen den Feldern angelegt werden.

Von Behördenseite wäre zudem eine Fülle von Maßnahmen denkbar, um das Wild und damit mögliche Krankheitsüberträger zu dezimieren. Auch hier fehlt ein bundesweit einheitlicher Plan. Sinnvoll, aber politisch heikel wäre zum Beispiel eine Aufhebung des Jagdverbots in Naturschutzgebieten. Wenn die Pest-Gefahr so groß ist, wie derzeit beschworen, darf es keine Tabus geben.

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