Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Radsport
Einzelzeitfahren in Groß Lindow

Hagen Bernard / 17.04.2018, 02:15 Uhr
Groß Lindow (MOZ) Mit 90 Startern sind die Kreismeisterschaften im Einzelzeitfahren so gut wie lange nicht mehr frequentiert gewesen. Ab dieser Saison kommen die Frankfurter Radsportler offiziell in die Wertung, die bislang den Fahrern aus Märkisch-Oderland und Oder-Spree vorbehalten war.

Ab dieser Saison müssen sich die Radsportler aus Oder-Spree und Märkisch-Oderland beim Kreiscup mit den Fahrern des Frankfurter RC auseinandersetzen. „Wir wollen zusätzliche Wettkampfmöglichkeiten schaffen und gleichzeitig für die anderen ein Leistungsansporn sein“, begründet FRC-Trainer Dan Radtke diesen Schritt. So dominierten die Fahrer im Gelb-Roten Dress erwartungsgemäß die Rennen ab der Altersklasse U15. „Auf der Groß Lindower Strecke bin ich sicherlich schon 1000 Runden gefahren. Sie wurde 1979 fertig gestellt und seitdem haben wir dort regelmäßig Zeitfahren trainiert und auch Grundlagenausdauer“, erinnert sich der WM-Dritte von 1986 im 100-Kilometer-Mannschaftszeitfahren.

Allerdings wird der asphaltierte Fünf-Kilometer-Parcours nicht mehr so intensiv gepflegt wie vor der Wende, als alles noch eingezäuntes Armeegelände war. „Die Bäume wachsen, die Wurzeln kommen hoch. Als Verein haben wir hier schon 1000 Euro reingesteckt“, erklärt Radtke.

Ganz schön aufpassen mussten die Starter am Sonnabend. Niederschläge hatten den Kurs etwas glatt gemacht. „Wir haben die Strecke am Freitag gesäubert. Es ist jedoch auch schon passiert, dass es anschließend stürmte und alles wieder voll Laub und Nadeln war“, sagt der Vorsitzende des Mitorganisators 1. Radsport- und Laufverein Eisenhüttenstadt Daniel Klauk. Dieses Mal nicht. Der 40-Jährige fuhr die 15 Kilometer für die Fahrer ab der U17 mit. „Schon um den Kindern zu zeigen, dass man auch selbst Rad fahren kann. Besonders für Bahnwettbewerbe ist es wichtig, dass man als Übungsleiter es den Kindern selbst noch zeigt“, sagte der spätere Zwölfte. Sein Eisenhüttenstädter Übungsleiter-Kollege Maik Klose war sogar Sechster geworden.

Während die alten Hasen diesen Parcours kannten, hatten vor allem die jüngeren Startern einige Probleme. So musste beispielsweise ein Strausberger nach einem Sturz beim Einfahren auf einen Start verzichten. „Beim Bremsen wird es ganz schön rutschig“, erklärt René-Pascal Koch nach dem Einfahren. Der Zwölfjährige gehört beim 1. RuLV bereits zu den Routiniers. Ebenso die elfjährige Lena Behr (11), die schon das dritte Mal dabei war. Das Gros der elf Eisenhüttenstädter Starter ist jedoch erst seit einem halben Jahr dabei. Einige von ihnen wie der zehnjährige Ben Busse, der fünf Jahre bei der SG Aufbau schwamm, oder die elfjährige Lena Behr, durften in der Anfängerkategorie starten, die etwas älteren Anfänger (U15) mussten gleich bei den Lizenzfahrern über zehn Kilometer ran. Dennoch galt für alle Eisenhüttenstädter Nachwuchsfahrer die Ansage von Trainer Detlef Möws: „Leute, es wird gekämpft. Aber an der Schaltung hat niemand etwas zu tun.“, forderte er. „Das funktioniert bei ihnen noch nicht. Wenn sie runterschalten sollen schalten sie hoch und umgekehrt. Vier Stunden hat gestern Klaus Szuskinskie an den Rennrädern gebaut, damit alles funktioniert.“

Tatsächlich kommen alle Eisenhüttenstädter ohne Defekt über die Piste. Allerdings nicht für alle sturzfrei, obwohl sie im Vergleich zu den Assen viel vorsichtiger die Kurven ansteuern. „Immer nur dort fahren, wo keine Nadeln liegen“, erklärt noch mal der Eisenhüttenstädter Übungsleiter Maik Klose, als wieder die Nachricht von einem Ausrutscher kommt. Glücklicherweise bleibt es bei den Eisenhüttenstädtern nur bei dem einen Sturz, sogar ohne Abschürfungen. Während die Lizenzfahrer gegenüber den größtenteils mit Klickerpedalen ausgestatteten Athleten größtenteils hinterherfahren, belegen Ben Busse und Lena Behr im Anfängerrennen der U13 hinter dem Frankfurter Justus Hirt die folgenden beiden Ränge. „Ben war gerade zwei Jahre alt, als ich ihm im Garten ein Fahrrad gab. Als ich nicht aufpasste, fuhr er gleich damit los. Seitdem ist er vom Rad nicht zu trennen“, erklärt seine Mutter Alin aus Fünfeichen.

In der U11 der Anfänger (5 km) setzte sich der Frankfurter Jadenlee Harting vor dem Fürstenwalder René Probst und dem Frankfurter Max Wedel durch. Die Strausbergerin Lara Colberg hatte bei den Lizenzfahrern der U11 (5 km) vor den Frankfurtern Emil Vögeding und Jamie Radtke die Nase vorn. Der Strausberger Moritz Drews wurde in der U13 (5 km) Kreismeister vor Joy Born (Fürstenwalde) und seinem Gemeinschaftsgefährten vom RSC Paul Germer. Einen Dreifacherfolg fuhren die FRC-Renner mit Nitz Zielke, Lucas Kerber und Jerome Buth in der U15 ein. Zusammen gewertet wurden die Fahrer der U17, Junioren und Männner über 15 Kilometer. Hier gewann der Frankfurter Fabian Liebecke vor dem Fürstenwalder Johannes Bley und dem Fredersdorfer Alexander Guthe.

Während die meisten Starter am Sonnabend in Fredersdorf das nächste Kreiscuprennen bestreiten, sind die Eisenhüttenstädter beim 16. Spreewaldmarathon. Dort fahren sie 70 Kilometer. „Sie benötigen vor den Bahnwettbewerben noch Grundlagenausdauer“, sagt Möws.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG