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Fortschritte
Immer mehr Azubis in der Altenpflege

Mehr Interesse an Altenpflege: Die Zahl der Auszubildenden ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
Mehr Interesse an Altenpflege: Die Zahl der Auszubildenden ist in den vergangenen Jahren gestiegen. © Foto: dpa/Markus Scholz
Hajo Zenker / 10.08.2018, 08:30 Uhr
Berlin (MOZ) „In der Öffentlichkeit gibt es ein falsches Bild von der Altenpflege“, meint Thomas Greiner, der Präsident des Arbeitgeberverbandes  Pflege. Es bewege sich nämlich durchaus eine Menge in die richtige Richtung. So würden seit acht Jahren immer neue Ausbildungsrekorde erreicht. Im vergangenen Jahr seien es insgesamt bereits über 68 000 Jugendliche gewesen, die den Beruf des Altenpflegers erlernt hätten. Im Jahr 2008 hatte es gerade erst 41 000 Auszubildende gegeben. Man müsse also von einer „unglaublichen Steigerung“ sprechen.

Zudem sei insgesamt die Zahl der Altenpflegekräfte in Deutschland von 465 000 im Jahr 2013 auf 561 000 im vergangenen Jahr gestiegen. Davon entfielen den Angaben zufolge 309 000 auf Fachkräfte. Dass das alles noch längst nicht reicht, um den Bedarf zu decken, räumt Greiner dabei ein. Und plädiert deshalb dafür, so schnell wie möglich ausländische Arbeitskräfte ins Land zu holen. In Südkorea, Viet­nam, China und auf den Philippinen gebe es gut ausgebildetes Personal genauso wie auf dem Balkan.

Allerdings müsse der Bund für die nötige Bürokratie die Verantwortung zentral übernehmen und für ganz Deutschland die Anerkennung aller ausländischen Abschlüsse prüfen und abschließend entscheiden – solange es noch kein Einwanderungsgesetz gebe. Das „Chaos der 16 Bundesländer“ müsse aufhören.

Wenn die Visa-Erteilung durch deutsche Botschaften sechs Monate oder länger dauere, sei dies der Besetzung von Stellen auch nicht förderlich. Wer jedenfalls innerhalb von sechs Monaten dann als Fachkraft anerkannt sei und einen Arbeitsvertrag habe, müsse auch ein Bleiberecht in Deutschland erhalten.

Nicht anfreunden kann sich der Arbeitgeberverband mit einem von der Bundesregierung ins Auge gefassten Flächentarifvertrag. Der sei rechtlich überaus problematisch und würde die Kosten für viele Heimbewohner deutlich erhöhen.

Wenn die Politik eine Absicherung nach unten auch für Fachkräfte erreichen wolle, könne dies über eine Kommission passieren, die schon einen Mindestlohn für Pflege-Hilfskräfte bestimmt hat. meint Greiner. Diese Untergrenze soll bis 2020 auf 11,35 Euro pro Stunde im Westen und 10,85 Euro im Osten steigen. Dies liegt über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, der bis 2020 auf 9,35 Euro angehoben werden soll.

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