Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Menschenrechte
Fall Chaschukdschi: Saudische Delegation in Ankara

Sicherheitskräfte stehen vor der Eingangstür des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul.
Sicherheitskräfte stehen vor der Eingangstür des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul. © Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa
dpa-infocom / 12.10.2018, 07:21 Uhr - Aktualisiert 12.10.2018, 07:22
Istanbul (dpa) Mehr als eine Woche nach dem Verschwinden des saudischen Regierungskritikers Dschamal Chaschukdschi ist eine Delegation aus Saudi-Arabien in der Türkei eingetroffen. Sie habe mit den Ermittlungen in dem Fall zu tun, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Über das Wochenende soll die Gruppe in Ankara türkische Behördenvertreter treffen. CNN Türk berichtete, auf der Agenda stünden Gespräche darüber, wann und wie türkische Ermittler das saudische Konsulat inspizieren könnten.

Am Donnerstagabend hatte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin angekündigt, dass die Türkei und Saudi-Arabien im Fall des in Istanbul verschwundenen Journalisten Dschamal Chaschukdschi auf Bitten Saudi-Arabiens gemeinsam ermitteln würden. Man werde den Fall «in all seinen Facetten» in einer Arbeitsgruppe beleuchten.

Chaschukdschi (59) hatte am 2. Oktober das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem wird er vermisst. Türkische Polizei- und Regierungskreise gehen

Medienberichten zufolge davon aus, dass er im Konsulat ermordet wurde. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück.

In der Nacht war ein höchst brisanter Bericht der «Washington Post» erschienen, der den Verdacht gegen die saudische Staatsführung zu erhärten schien. Demnach sollen türkische Behörden Ton- und Videoaufnahmen haben, die belegen, dass Chaschukdschi erst verhört, dann gefoltert und schließlich getötet wurde. Das Blatt, für das Chaschukdschi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen von türkischen und amerikanischen Beamten.

Die Existenz der Bänder dürfte allerdings auch die Türkei in Erklärungsnot bringen. Aus offiziellen Stellen gab es in der Türkei zu dem Bericht am Freitagvormittag keine Reaktionen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG