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Wahlen
Wahlkampf in Bayern vor dem Abschluss

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (l) und Bundesinnenminister Horst Seehofer während einer Wahlkampfkundgebung in Ingolstadt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (l) und Bundesinnenminister Horst Seehofer während einer Wahlkampfkundgebung in Ingolstadt. © Foto: Armin Weigel/dpa
dpa-infocom / 12.10.2018, 07:22 Uhr - Aktualisiert 12.10.2018, 07:24
München/Schweinfurt (dpa) Mit Großkundgebungen von CSU und SPD neigt sich der Landtagswahlkampf in Bayern dem Ende entgegen. Beide Parteien sind kurz vor der Wahl am Sonntag in denkbar schwierigen Positionen.

Laut Umfragen müssen sowohl die Christsozialen als auch die Sozialdemokraten mit schweren Verlusten rechnen. Während bei der CSU der Verlust der absoluten Mehrheit längst zähneknirschend als unvermeidlich angesehen wird, geht es für beide Parteien im Grunde nur noch um die Höhe der Verluste. In Umfragen lag die CSU zuletzt bei Werten zwischen 33 und 35 Prozent, die SPD gar nur noch bei um die 11 Prozent.

Anders als vor einem Jahr bei der Bundestagswahl verzichtet die CSU auch bei ihrer offiziellen Schlusskundgebung in München (18.00 Uhr) auf Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Stattdessen wird Ministerpräsident Markus Söder mit Parteichef Horst Seehofer und dem österreichischen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auftreten. Fast zeitgleich (18.30 Uhr) wollen in Schweinfurt SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen und Parteichefin Andrea Nahles noch einmal gegen den seit Monaten andauernden Sinkflug der Bayern-SPD anreden.

Auch andere Parteien haben am Freitag zu Wahlkampfveranstaltungen geladen. Für die derzeit auf einer Euphoriewelle schwimmenden Grünen sind unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann im schwäbischen Ustersbach (12.45 Uhr) und am Abend (18.00 Uhr) Spitzenkandidat Ludwig Hartmann sowie der frühere Parteichef Cem Özdemir in München unterwegs. In Nürnberg spricht abends (18.30 Uhr) bei einer FDP-Veranstaltung der Brexit-Gegner Norman Baker.

Einem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-«Politbarometer» zufolge kommen die Christsozialen derzeit auf 34 Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Zweitstärkste Kraft bleiben die Grünen mit 19 Prozent - ein Plus von einem Prozentpunkt verglichen mit der vorherigen ZDF-Umfrage. Dahinter liegen jeweils unverändert die SPD mit 12 Prozent, die Freien Wähler mit 10 Prozent und die AfD mit ebenfalls 10 Prozent. Die FDP erreicht nach dem neuen «Politbarometer» 5,5 Prozent, die Linke liegt bei 4 Prozent (minus 0,5 Punkte). Beide müssen um den Einzug ins Landesparlament bangen.

Die in Bayern bislang allein regierende CSU lag auch in anderen Umfragen zuletzt zwischen 33 und 35 Prozent.

Sie wird sich also wohl einen Koalitionspartner suchen müssen. Das stabilste Bündnis wäre eines mit den Grünen, aber auch andere Konstellationen sind möglich.

Bei der Landtagswahl 2013 war die CSU auf noch auf 47,7 Prozent der Stimmen gekommen, die SPD landete bei 20,6 Prozent, die Freien Wähler holten 9,0 Prozent und die Grünen 8,6 Prozent.

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Sigismund Ruestig 12.10.2018 - 13:54:41

Zerstörer Söder

Die freien Denker der „C“SU, also die Waigels, die Maiers, die Glücks, und viele andere mehr, kritisierten schon lange das respektlose Auftreten der Seehofer-Söder-Dobrindt-„C“SU ggü. Gutmenschen (vulgo: Flüchtlingshelfern), Christenmenschen (Religionsfeinden), Andersgläubigen (insbesondere Muslimen), Frauen (insbesondere Alleinerziehenden), Abgehängten, Kranken (insbesondere psychisch Kranken). Sie fürchteten - wie sich jetzt herausstellt zu Recht - die Zerstörer der „C“SU, allen voran den Zerstörer Söder! Da hilft jetzt auch kein Kreuz mehr! Und die Wähler strafen die Söder-„C“SU ab!

Sigismund Ruestig 12.10.2018 - 13:53:46

Söder first - Söder last!

Söders gewissenlose und gemäß dem „C“SU-Ehrenvorsitzenden Theo Waigel, törichte Wahlkampfstrategie lässt sich auf folgende Formel verkürzen: Söder first, „C“SU second, Bayern third, Deutschland?, Europa ?? Also ganz gegen die erfolgreiche Doktrin von Franz Josef Strauß: „Bayern ist unsere Heimat, Deutschland unser Vaterland, Europa unsere Zukunft“. Übrigens ist Söders Strategie bei der Schuldfrage für den beispiellosen Absturz der Seehofer-Söder-Dobrindt-„C“SU genau umgekehrt: Söder last, ...

Sigismund Ruestig 12.10.2018 - 13:46:27

Der Seehofer-Söder-Dobrindt-Effekt wirkt ... und wirkt ... und wirkt ....

Der mittlerweile bekannte Seehofer-Söder-Dobrindt-Effekt stürzt die „C“SU - nach über einem halben Jahrhundert - mit nur kurzer 5-jähriger Unterbrechung - absoluter Mehrheit in einer beispiellosen Abwärtsspirale in eine Katastrophe: minus 15%! Eine Katastrophe biblischen Ausmaßes! Aus „C“SU-Sicht, nicht aus bayerischer Sicht! Und es ist noch kein Ende in Sicht! Und das ist gut so! Die Seehofer-Söder-Dobrindt-„C“SU hat Anstand und Respekt in der politischen Auseinandersetzung verloren, Ängste und Hass geschürt und ihr christliches Menschenbild verraten! Am besten für diese „C“SU wäre jetzt eine Erneuerungsphase - ohne die Scharfmacher Seehofer, Söder, Dobrindt, Scheuer, Blume, ... - aus der bayerischen Opposition heraus! Aber mal ehrlich? Selbst 33% sind für so eine miese Performance noch zuviel!

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