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Faktencheck: Verbreitete der Moschee-Schütze ein Manifest?

Die Al-Nur Moschee in der neuseeländischen Stadt Christchurch.
Die Al-Nur Moschee in der neuseeländischen Stadt Christchurch. © Foto: dpa/Google Maps/GOOGLE MAPS/AAP Image
DPA / 16.03.2019, 16:26 Uhr - Aktualisiert 16.03.2019, 16:28
Christchurch (dpa) Im Internet kursiert ein 74-seitiges "Manifest", das dem Attentäter von Christchurch zugeschrieben wird. Verbreitet wurde es über soziale Medien, die Polizei äußerte sich bisher nicht zur Echtheit des Dokuments - doch es gibt durchaus Anhaltspunkte für dessen Authentizität.

Sollte sich das bewahrheiten, könnte das Dokument Hinweise auf den Hintergrund der Bluttat in Neuseeland geben.

Die dem Verdächtigen zugeschriebenen Profile bei Facebook und Twitter sind zwar inzwischen gesperrt, auf im Netz archivierten Versionen ist ein Blick auf die Accounts aber weiterhin möglich.

Demnach wurde bei Facebook am Freitag um 13.33 Uhr (Ortszeit) ein Livestream gestartet. Zwar kann dieser auf der archivierten Seite jetzt nicht mehr angeschaut werden, allerdings zeigt das stattdessen dargestellte Standbild den Innenraum des Autos aus dem kursierenden 17-minütigen Video, das die Tat selbst sowie knapp sieben Minuten vor der Attacke zeigt. Die Polizei hatte via Twitter mitgeteilt, dass die ersten Berichte von Schüssen gegen 13.40 Uhr einliefen.

Auf dem archivierten Facebook-Account sind zudem wenige Minuten vor dem Video-Post mehrere Links veröffentlicht worden, über die das "Manifest" heruntergeladen werden kann. Es trägt den Titel "The Great Replacement" (Der große Austausch). Ältere Posts beinhalten etwa Links zu Zeitungsartikeln, deren Inhalt das "Manifest" thematisch wieder aufgreift - etwa über die Geburtenrate unter Muslimen.

Auch auf dem archivierten Twitter-Account waren die Links zum "Manifest" gepostet worden. Außerdem gibt es dort Fotos von Waffen und Magazinen, die auch im Video des Angriffs zu sehen sind. Auch zu dem Video äußerte sich die Polizei bislang nicht.

Das Manifest selbst ist ein Konvolut von rassistischen Aussagen, Forderungen und Zeichen. Unter anderem zeigt es auf dem Deckblatt die sogenannte "Schwarze Sonne", ein esoterisches Nazi-Symbol. In einem angeblichen Interview gibt der Verfasser Auskunft über sich und die Beweggründe für die Tat.

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