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zur härteren Bestrafung von E-Rollerfahrern
Zu spät bedacht

Dorothee Torebko
Dorothee Torebko © Foto: MMH
Meinung
Dorothee Torebko / 17.07.2019, 20:00 Uhr
Berlin (MOZ) Im Silicon Valley pflegen sie eine flexible Praxis: Erstmal ausprobieren, dann gucken, ob es läuft. Klappt’s nicht, wird’s neu gemacht.

Das funktioniert für Start-ups gut. Denn sie sind jung, haben häufig kleine Teams und können sich schnell umstellen. Auf den Straßenverkehr lässt sich dieses Prinzip nicht übertragen. Wenn etwas nicht funktioniert, gibt es im schlimmsten Fall Tote. Das hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nun gemerkt: Er fordert Städte zu einem härteren Durchgreifen gegen Verkehrssünder auf, die auf E-Rollern unterwegs sind. Doch damit macht es sich Scheuer zu leicht.

Es reicht nicht, neue Mobilitätsoptionen einzuführen und zu hoffen, dass alles gut geht. Es braucht die Infrastruktur, um sie zu nutzen, und die reicht in den meisten Großstädten bereits für Radfahrer nicht aus. Ja, es sind Kontrollen nötig, wenn Rollerfahrer verantwortungslos mit ihren Zweirädern umgehen. Das Personal für ausgedehnte Polizeikontrollen hat aber kaum eine Stadt. Und ja, natürlich ist ein Bewusstsein notwendig, dass E-Roller kein Spielzeug sind. Doch wie soll dieses Bewusstsein etwa bei Leuten geschaffen werden, die vor allem Fahrspaß haben wollen und denen egal ist, dass die Wege durch Scooter blockiert werden?

Diese Bedenken bedeuten nicht, dass die Einführung der E-Roller wieder rückgängig gemacht werden soll. Es braucht aber Anpassungen. Etwa eine Helmpflicht in Kombination mit einer Verschärfung des Bußgeldes. Wer einmal tief in die Tasche greifen musste, der verhält sich beim nächsten Mal gesitteter. An all das hätte das Verkehrsministerium vor der Einführung denken müssen, anstatt jetzt den Schwarzen Peter den Städten zuzuschieben.

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