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Grosser bleibt bei Israel-Kritik

Freundliche Begrüßung trotz aller Kritik im Vorfeld: Der Publizist Alfred Grosser (r) und der Vizepräisdent des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann.
Freundliche Begrüßung trotz aller Kritik im Vorfeld: Der Publizist Alfred Grosser (r) und der Vizepräisdent des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann. © Foto: dpa
09.11.2010, 18:40 Uhr
Frankfurt/Main (DPA) Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser hält an seiner Kritik an Israel fest. Der Staat gehöre für ihn zu Europa und deswegen sei er kritisch, sagte Grosser am Dienstag in der Frankfurter Paulskirche bei einer Gedenkstunde zur Pogromnacht am 9. November 1938. Die Werte der westlichen Welt seien Werte für alle. Der Auftritt des 85-Jährigen war vor der Veranstaltung wegen seiner bekannt israel-kritischen Haltung von jüdischer Seite kritisiert worden.

Grosser rief dazu auf, die Leiden anderer anzuerkennen. So sei beispielsweise die Art, wie Ausländer „hier und anderswo“ behandelt werden könnten, eine Verletzung der Grundwerte. An den Anderen zu denken sei eine Voraussetzung für den Frieden, meinte der in Frankfurt geborene Sohn jüdischer Eltern. Man könne von keinem Palästinenser verlangen, „dass er die Schrecken der Attentate versteht, wenn man nicht ein großes Mitgefühl hat, die Leiden im Gazastreifen zu verstehen“.

Mit der Gedenkstunde wurde an die Pogromnacht 1938 erinnert, in der deutschlandweit auf Veranlassung der Nationalsozialisten Synagogen in Brand gesetzt und jüdische Geschäfte zerstört und geplündert wurden.

Trotz der Kritik am Hauptredner Grosser erschien unter anderem der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, zur Feierstunde. Zugegen war auch Salomon Korn, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde von Frankfurt am Main.

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