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CDU hält an Wiedereinführung des Diploms fest

11.12.2010, 17:51 Uhr
Sparow/Schwerin (DPA) Ungeachtet der heftigen Kritik aus der Wirtschaft hält die CDU Mecklenburg-Vorpommern an der geplanten Wiedereinführung des Diplom-Abschlusses fest. „Der Diplom-Ingenieur war ein Exportschlager“, sagte CDU-Generalsekretär Vincent Kokert am Samstag nach einer Vorstandssitzung in Sparow (Müritzkreis). Die zahlreichen positiven Reaktionen aus ganz Deutschland bestärkten die Partei darin, es den Hochschulen wie geplant freizustellen, ob sie auf Antrag statt des europäischen Bachelor- oder Master-Titels wieder das Diplom vergeben. Dies könne sich auch zu einem Standortvorteil für das Land entwickeln, sagte Kokert.

Der Chef der FDP-Landtagsfraktion, Michael Roolf, forderte, den Hochschulgesetz-Entwurf angesichts des Ärgers bei Arbeitgebern und Gewerkschaften zu ändern. Die Studierenden sollten nicht die Möglichkeit haben, sich wahlweise einen „Master“ oder „Diplom“-Titel bescheinigen zu lassen. Sie sollten lediglich auf Wunsch eine Bescheinigung bekommen, wonach der Master gleichwertig mit dem Diplom sei. Der Gesetzentwurf, den der Landtag am Mittwoch verabschieden soll, werde zu Recht kritisiert. Die Landesregierung vollziehe eine „komplette Rückwärtsrolle im Bologna-Prozess“, erklärte Roolf. Im Rahmen des Bologna-Prozesses sollen europaweit gültige Hochschulstandards geschaffen werden.

Kokert räumte ein, dass auch in seiner Partei die Frage gestellt werde, „ob wir aus der Reihe tanzen sollen“. Man sei aber mehrheitlich der Auffassung, dass der Weg zur Wahlmöglichkeit der Abschlüsse richtig sei. An die Adresse von Roolf sagte der CDU- Generalsekretär: „Ich halte nichts davon, den Gesetzentwurf weichzuwaschen, nur weil ein bisschen Gegenwind kommt.“

Auch die Vereinigung der neun führenden Technischen Hochschulen in Deutschland („TU9“) bekräftigte ihre Unterstützung für den Vorstoß Mecklenburg-Vorpommerns. Lobbyisten versuchten Verunsicherung zu schüren, dass es Anerkennungsprobleme Diplom-Absolventen geben würde, erklärte Geschäftsführer Venio Piero Quinque. Dies sei aber nicht richtig, weil Voraussetzung die Gleichwertigkeit der Studienleistungen bei Master und Diplom sei. Auch an Top- Universitäten in Österreich, Finnland, Schweden, Norwegen und Frankreich gebe es Ergänzungen zur Abschlussurkunde, auf denen das Master-Niveau bescheinigt werde.

Der Landesverband der Fachhochschulen hatte sich am Freitag auf die Seite der Kritiker des Gesetzentwurfs gestellt. Mecklenburg-Vorpommern schere aus der einheitlichen Umsetzung der Bologna-Reform in der Bundesrepublik aus. „Diesen hochschulpolitischen Alleingang darf man nicht so übers Knie brechen“, erklärte Verbandssprecher Micha Teuscher.

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