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Deutschlands Bevölkerung schrumpft weiter

15.03.2011, 15:36 Uhr
Berlin (DPA) Das große Schrumpfen geht weiter: Vor allem Deutschlands ländliche Gebiete werden vom Bevölkerungsrückgang der kommenden Jahre empfindlich geschwächt. Die noch vor wenigen Jahren deutliche Trennung zwischen Ost und West weicht nun jedoch einer gesamtdeutschen Tendenz vom Land in die Stadt. Das geht aus einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung auf Basis statistischer Zahlen von 2008 hervor, die am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. In der Fläche fehlten bereits vielerorts Schulen, Banken, Busverbindungen oder Ärzte, sagte Instituts-Leiter Reiner Klingholz. „Es gibt eine Renaissance der Städte.“

Vor allem der Süden Deutschlands bleibt der Studie zufolge Boomregion mit Wachstumspotenzial. Unter den 20 Kreisen und kreisfreien Städten mit den besten Zukunftsaussichten stammen 15 aus Bayern und 3 aus Baden-Württemberg. Aber auch Potsdam und Jena können sich platzieren. 13 der 20 Schlusslichter sind hingegen Regionen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Forscher sammelten für ihr Ranking Daten aus 413 Regionen - von Kinderzahl bis Altersstruktur, vom Einkommen über Arbeitslosigkeit bis zur Frauenbeschäftigung, außerdem Zahlen zu Integration, Bildung und Familienfreundlichkeit.

Dabei zeigt sich: Die Quote von durchschnittlichen 1,37 Kinder pro Frau ist seit 1997 zwar unverändert. Aber vor allem in den Städten mit ihrem höherem Anteil qualifizierter, erwerbstätiger Frauen ist der Anteil der Mütter gestiegen, während die Geburtenzahlen in traditionell kinderreicheren ländlichen Gebieten sanken.

Die Einwohnerzahl in Deutschland ist seit ihrem Höchststand 2002 bereits um 800 000 auf knapp 82 Millionen gesunken. „Bis 2050 werden in Deutschland mindestens zwölf Millionen Menschen weniger leben“, sagte Klingholz. Das stelle die alternde Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Künftig, so die Experten, müsse die Zivilgesellschaft immer mehr der bisher vom Staat geleisteten Aufgaben übernehmen. Bürgerliches Engagement gelte es zu fördern. Wichtig sei, dass künftig die Generation 60 plus verstärkt für solche Aufgaben angesprochen werde, sagen die Autoren. Viele „junge“ Ältere seien sehr gut ausgebildet und fit, hätten keine Geldsorgen und suchten nach einer neuen Aufgabe.

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Bevölkerungsrückgang Reiner Klingholz Brandenburg

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